Beizentour

Siirpfle am Seibi

Basler Fasnacht - Uff dr Gass

Obwohl am Dienstag die Binggis dran waren – wir haben uns in den Beizen rund um den Barfi umgesehen.

«Gestern hatten wir hier einen BeerJet. Eine Maschine, die sechs Bier in 15 Sekunden zapfen kann», sagt die blonde Kellnerin im «Braunen Mutz» am Barfüsserplatz stolz. Am Dienstag ist der «Jet» dann nicht mehr da. Es brauche ihn aber auch nicht, meint sie. Im «Braunen Mutz» biete sich während den drey scheenschte Dääg nämlich ein fast alltägliches Bild. «Das Klientel bleibt während der Fasnacht eigentlich das Gleiche», sagt auch ihr Arbeitskollege, ein junger, überraschend entspannt wirkender Aushilfskellner.

Während draussen die Binggis um die Wette stopfen, beziehungsweise ihrem nächsten Opfer schreiend nachrennen oder Dääfi verteilen, trifft man beim Betreten des Lokals auf eine andere Welt. Zwar sind die Wände mit Luftschlangen und Larven geschmückt. Der Lärmpegel im Lokal ist aber angenehm tief, wenn man ihn mit dem Chaos vor der Tür vergleicht.

«Ergraute Häupter»

Ein älteres Publikum verweilt an den grossen Holztischen und trinkt seinen Kaffee oder seine Stange. Einige der ergrauten Männer sitzen auch einfach stumm vor ihrem Getränk und schauen dem Treiben um sich herum zu. Das vor der Tür die drey scheenschte Dääg stattfinden, scheint sie eher weniger zu interessieren.

Die Umschreibung «ergraute Männer» trifft auf fast jeden im Raum zu, Frauen sind hier in der Minderheit: «Als Frau hinter der Theke zu arbeiten, ist natürlich nicht immer einfach», meint die Kellnerin. Doch das sei ja das ganze Jahr über nicht anders. Die Besucher seien auch nicht betrunkener als sonst.

Nur selten kommt ein Kostümierter in den «Braunen Mutz» und setzt sich an einen der Tische oder stellt sich gleich an die Bar auf der rechten Seite des Lokals. Der Kellner bestätigt: «Die meisten Aktiven holen sich ihr Getränk und gehen dann damit raus.» Oder in die «Rio Bar» nebenan.

Dort, direkt neben dem «Braunen Mutz» kommt man jedoch vor lauter Fasnächtler fast nicht in die Bar. Kostümierte und Nicht-Verkleidete drängen sich hier Schulter an Schulter an der Theke. Ist man nicht auf der Suche nach neuen Bekanntschaften, ist die «Rio Bar» wohl eher die falsche Adresse.

Rekord im Bier zapfen

In einem Lokal auf der anderen Seite des Barfi, im «Des Arts», ist am Tag überraschend wenig los. Und dies, obwohl sich das Lokal direkt an einem Fasnachts-Hotspot befindet. Die meisten der Festbänke, die speziell für die Fasnacht aufgestellt wurden, sind noch nicht besetzt. Nur wenige Kostümierte finden ihren Weg in das Lokal. Hier reicht auch der normale Zapfhahn. Ein Beer-Jet wäre hier schlichtweg überflüssig.

Einen Beer-Jet gibt es auf dem Barfi trotzdem noch. Vor dem «Braunen Mutz» wurde der Stand aufgebaut. Der Mann hinter dem Tresen erzählt stolz, dass seiner sogar nur sieben Sekunden benötigt, um die sechs Bier zu zapfen.

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