Sechseläuten

Sind Basel und Zürich jetzt wieder Freunde? – Was vom Böögg übrig blieb

Nach dem Sächsilüüte beginnt für Basel und Zürich wieder die eigentliche Arbeit: Sie müssen sich zusammenraufen – und sich gegenseitig unterstützen, wie Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann sagt.

Der Gastauftritt von Basel-Stadt am Zürcher Sechseläuten stand zwar vor allem im Zeichen der Repräsentation. Schliesslich waren es die Zünfte, die zu ihrem Traditionsanlass einluden. Dennoch: Das politische Basel traf auf das politische Zürich und vor allem in den Zunftstuben spielten sich die Kontakte ab. Dabei stand auch anderes als nur ein unterhaltsamer Kulturbesuch in einer anderen Stadt auf dem Programm: Die Vernetzung gemeinsamer Anliegen.

Denn die ist nötig. Die Schweizer Städte müssen auf der politischen Landkarte näher zusammenrücken, um gegen das Gewicht der Landkantone ankommen zu können. So resümiert die Basler Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann (Grüne) gegenüber der bz: «Die wichtigste Linie der Zusammenarbeit verläuft entlang der gemeinsamen Anliegen der beiden Städte gegenüber Bundesbern.»

Infrastruktur und Geld

Dabei gehe es unter anderem um Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur oder um finanz- und bildungspolitische Themen: «Zudem sind Basel und Zürich als Zentren mit den gleichen gesellschaftlichen und technischen Veränderungen konfrontiert und können sich dabei unterstützen.»

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Die schönsten Bilder und besten Videos – Das war der Basler Auftritt am Sechseläuten 2018

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An erster Stelle stehe der Austausch und das «stetige Ausloten» von gemeinsamen Themen und Positionen. «Wenn diese gegeben sind, können wir gemeinsam in der Gremienarbeit oder im politischen Entscheidungsprozess unsere Standpunkte vertreten.» Aus ihrer Sicht eine interessante Plattform für eine verstärkte Zusammenarbeit könnte auch das Projekt «Nexpo» werden. Dabei handelt es sich um eine neue Art von Landesausstellung, also Expo, die von den zehn grössten Städten der Schweiz initiiert wurde.

In Zürich wie in Shanghai

Konkrete Geschäfte seien derweil keine thematisiert worden. «In diesen drei Tagen gab es vor allem informelle Treffen und es war ein wunderbarer Anlass für die Netzwerkpflege», so Ackermann. Der Austausch für eine politische Neupositionierung der urbanen Stimmen in der politischen Schweiz wird noch folgen.

CVP-Grossratspräsident Remo Gallacchi stützt mit seiner Einschätzung Elisabeth Ackermann und ergänzt: «Der Wert des Netzwerks ist nicht zu unterschätzen.» Der Anlass sei, auch wenn er kein politischer war, daher von grossem Wert für die Weiterentwicklung der Beziehung zwischen den Städten. «Die Auswirkung auf die Zusammenarbeit auf Bundesebene kann nur positiv sein.»

Es handle sich ja letztlich beim Sechseläuten um einen Repräsentationsbesuch des Kantons und damit auch seiner politischen Kräfte. «Wie in Shanghai und anderen internationalen Städten, zum Beispiel», so Gallacchi. Nur fand dieser Partnerschafts-Austausch für einmal eben nicht im Ausland statt, sondern schlicht in Zürich.

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