Basel
Skandal an der Avo Session - Operndiva Jessye Norman sagt im letzten Moment ab

An der Avo Session Basel kam es gestern Abend zu einem Eklat: Die Operndiva Jessye Norman sagte kurz vor ihrem Konzert den Auftritt ab.

Muriel Mercier
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Kurzfristiger Rückzieher

Kurzfristiger Rückzieher

bz Basellandschaftliche Zeitung

Die Gründe für diesen kurzfristigen Rückzieher seien für die Festivalleitung in keiner Weise nachvollziehbar, denn sämtliche Vertragsinhalte seien eingehalten worden, erkärte diese noch gestern Abend.

Mit tränenerstickter Stimme betrat Matthias Müller, der Präsident des Indoor-Festivals nach Normans Absage die Bühne und erklärte dem Publikum die Situation. Es sei seine schwierigste Ansage der gesamten 25-jährigen Festivalgeschichte. Die Opernsängerin habe, trotz dem vor Monaten abgeschlossenem Vertrag immer mehr «Leistungsreduktionen ihrerseits bis hin zur Nötigung» verlangt, so Müller. «Jessye Norman war drei Tage in Basel und wir haben alles Menschenmögliche getan, damit sich die Dame wohlfühlt.» Aber es habe alles nicht gereicht: «Irgendwann geht einfach nicht mehr.»

Nun überlegt sich die Avo-Session-Leitung, wie sie sich weiter verhalten will. «Wir verlangen eine schriftliche Stellungnahme. Was uns gestern mitgeteilt wurde, reicht einfach nicht», betont Müller.

Nur wenige Zuschauer verliessen nach Müllers schlechten Nachrichten den Festsaal in der Messehalle. Sie nahmen sein Angebot an, gegen Rückerstattung des Eintrittsgeldes frühzeitig nach Hause zu gehen. Der Rest liess sich den Abend nicht vermiesen und blieb im Festsaal der Messe Basel, um den zweiten Act des Abends, die Bluesband «Tom Principato» zu geniessen.