«KinderMitWirkung»

Skipiste oder Gamehalle: Was wünschen sich Basler Kinder vom Kanton?

50 Schulkinder haben fünf Projekte ausgearbeitet, wie Basel eine kinderfreundlichere Stadt werden kann. Eine Gruppe will Basel sogar zum Skiort machen.

Der Trottinett-Weg beim Gotthelf-Schulhaus, die Kinderzeitung «Bebbi Kids» und die farbige Unterführung an der Leonhardstrasse: Das alles verdanken die Basler Kinder engagierten Schülern und dem Projekt «KinderMitWirkung». Die Aktion besteht seit dem Jahr 2007 und wird vom Kinderbüro Basel in Zusammenarbeit mit dem Erziehungsdepartement durchgeführt. Dort wird jeweils geprüft, welche Projekte der Kinder sich umsetzen lassen.

Auch diesen Januar trafen sich 50 Schulkinder zu einem Workshop im Rathaus. Aus ihren Ideen haben die Sieben- bis Zwölfjährigen dann fünf Projekte ausgearbeitet, die sie gestern Donnerstag im Grossratssaal der Öffentlichkeit, Politikern und Medien präsentiert haben.

Gamehalle und Berg für Basel

«Unsere Badis sehen alle gleich aus», findet die erste Gruppe. «Wir möchten einen Wasserspielpark mit farbigen Rutschen, einem Schiff und viel Platz zum Spielen.» Der Park könnte zu einer bestehenden Badi gebaut werden.

Ein grosses Projekt mit viel Platz wünscht sich auch die zweite Gruppe. Eine «riesenlange Spielröhre» soll es sein. «Mit einem Lift, vielen Fenstern und einer Plattform zum Ausruhen.» Die Spielröhre ist vor allem für grössere Kinder gedacht, mit langen Rutschen und Kletterwänden.

Die nächste Gruppe präsentiert ihr Projekt mit einem kleinen Theaterstück. «Es gibt keinen Ort, wo Kinder sprayen und skaten dürfen!», beschweren sich die Jungs und Mädchen. In ihrem Skate- und Spraypark soll das anders sein. Kinder dürfen dort in Workshops beides ungestört lernen und üben.

Skipiste im Margarethen-Park

Gamen ist bei vielen Kindern ein allgegenwärtiges Thema und oftmals Streitpunkt mit den Eltern. «Unsere Gamehalle ist ein Ort, an dem Gamen okay ist», sagt die vierte Gruppe. Ganz ohne Erwachsene geht es aber doch nicht: «Die können uns neue Spiele zeigen und schauen, dass es keinen Streit gibt.»

Die letzte Gruppe will Basel sogar zum Skiort machen: «Wenn man Skifahren will, muss man immer mindestens zwei Stunden autofahren, das nervt!». Die Kinder finden, das müsse auch in Basel gehen. Ihr Wunschort ist der Margarethen-Park. Den Abrieb der Kunschti und eine Schneekanone könne man verwenden. Die Schnee-Begeisterten sind überzeugt von ihrer Idee: «Wir haben mit Fachpersonen gesprochen und es ist möglich.»

Auch Christoph Brutschin findet, es wäre schön, wenn man in Basel schlitteln könnte. Der Regierungsrat hat die Projekte der Kinder stellvertretend für Erziehungsdirektor Conradin Cramer entgegengenommen und war sichtlich begeistert.

Im September sollen die fünf Gruppen eine Rückmeldung erhalten, nachdem ihre Projekte im Departement geprüft worden sind. Wer weiss, vielleicht treffen sich Basels Kinder schon im nächsten Winter auf der Skipiste.

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