Einmal im Jahr wartet auf Basel und Umgebung eine Invasion von Velofahrern, Joggern und Inlineskatern. Jeweils am Bettag im September klappern Tausende Sportsfreunde am slowUp Basel-Dreiland eine 60 Kilometer lange autofreie Strecke durch die Schweiz, Deutschland und Frankreich ab. Autofahrer sind an diesem Tag jeweils besser beraten, ihre Wagen in der Garage stehen zu lassen. Letztes Jahr haben aufgrund des schlechten Wetters nur rund 20000 Menschen mitgemacht, im Jahr zuvor waren es immerhin 65000.

Dieses Jahr am 16.September werden die slowUp-Teilnehmer mit einer neuen Route überrascht: Zum ersten Mal werden sie die Wettsteinbrücke überqueren und im Grossbasel einen Teil der Strecke hinter sich bringen. Genauer: vom Kunstmuseum über den Aeschenplatz zum Bahnhof SBB, dann wieder runter zum Rhein und durchs St.-Johann-Quartier in Richtung St.Louis. Dafür aber fällt der Abschnitt am Unteren Rheinweg im Kleinbasel weg.

Warum es zur Routenänderung kam, hat verschiedene Gründe, erklärt Wendel Hilti, Organisator des slowUp Basel-Dreiland. «Der Untere Rheinweg ist an schönen Sonntagnachmittagen von ‹normalen› Spaziergängern stark frequentiert. Immer wieder haben slowUp-Teilnehmer diesen Streckenabschnitt deshalb kritisiert.»

Regierung macht Event spürbarer

Ausschlaggebend war der Entscheid der Regierung im November 2010, den slowUp innerhalb der Stadt Basel «spürbarer» zu machen, indem Hauptstrassen vermehrt integriert werden. Der Beschluss wurde aufgrund der Petition «4 Mal Basel autofrei» gefasst (Box). Diese forderte mindestens vier autofreie Tage pro Jahr. Die Regierung lehnte ab, bot aber mit der intensiveren Unterstützung des slowUps dazu Hand, den Langsamverkehr zu fördern.

Seither arbeitet Wendel Hilti mit seinem Team eine grössere Route aus – eben ins Grossbasel. Eine gigantische Herausforderung, bedeutet dies doch unter anderem in Sachen Sicherheitsgewährleistung einen Mehraufwand, wie Hilti erklärt: «Die Kosten für die Sicherheit haben sich nahezu verdoppelt. Es ist ein Unterschied, ob die slowUp-Teilnehmer dem Rhein entlang unterwegs sind oder den Cityring ablaufen.» Die Rettungsachsen für Sanität und Feuerwehr dürfen nicht abgeschnitten werden. Jede Kreuzung habe man sich einzeln vornehmen müssen. Die Route geplant hat Hilti in enger Zusammenarbeit mit der Basler Polizei.

Teure Sicherheit

In den ersten Jahren – der slowUp findet im 2012 bereits zum sechsten Mal statt – wurde der slowUp Basel-Dreiland über den Swisslos-Fonds teilfinanziert. Im Jahr 2011 handelte es sich noch um 30000 Franken. Simon Kettner, der Leiter Mobilitätsstrategie des Basler Bau- und Verkehrsdepartements, führt aus, dass ab diesem Jahr die Stadt 200000 Franken beisteuere.

Über die Hälfte dieses Betrages geht allerdings direkt an die Stadt zurück, konkretisiert slowUp-Organisator Wendel Hilti. «Wir müssen ja die BVB, verschiedene Staatsleistungen wie die Allmendverwaltung und auch die zusätzlichen Signalisationen bezahlen.»