Dreiland

slowUp-Veranstalter feiern das Zehnjährige ohne grosses Tamtam

Am slowUp Basel-Dreiland am 18. September gehört die Strasse wieder den Velofahrern und allen, die ohne Motor unterwegs sind. (Archiv)

Am slowUp Basel-Dreiland am 18. September gehört die Strasse wieder den Velofahrern und allen, die ohne Motor unterwegs sind. (Archiv)

Der slowUp Basel-Dreiland findet am 18. September bereits zum zehnten Mal statt. Auf 62 Kilometern Streckenabschnitt wird hier der Zusammenhalt der Region gefördert.

«Ich habe keine Zweifel, dass bei schönem Wetter wieder viele Menschen teilnehmen werden.» Die Einschätzung des baselstädtischen Verkehrsdirektors Hans-Peter Wessels (SP) ist keinesfalls übertriebener Optimismus, sondern entspricht der Realität eines Anlasses, der sich in der Region längst etabliert hat. Gegen 65 000 Velofahrer und Inlineskater werden auch dieses Jahr wieder auf den autofreien Strassen zwischen Rheinfelden, Basel, Saint-Louis und Lörrach unterwegs sein. Der slowUp Basel-Dreiland hat es auch zum zehnjährigen Jubiläum nicht nötig, extra etwas Spezielles auf die Beine zu stellen. Das Angebot, sich frei auf den sonst von Autos und Motorrädern viel befahrenen Strassen fortbewegen zu können, ist für die Teilnehmenden Glücksgefühl genug. «In den Tunneln hört man den ganzen Tag Jubel-
schreie», beschreibt dies slowUp-Geschäftsführer Wendel Hilti im Vorfeld des Jubiläums.

Der slowUp Basel-Dreiland ist schweizweit der grösste und längste seiner Art und hat als einziger mehrere Schlaufen. Einerseits von Birsfelden über das Kraftwerk Augst nach Grenzach-Wyhlen und zurück; etwas weiter geht es von Augst nach Rheinfelden über den Rhein und der deutschen Flussseite zurück zum Kraftwerk. Die dritte Schlaufe führt vom Festzentrum auf dem Rankhof nach Riehen und Lörrach, Weil am Rhein bis nach Huningue und Saint-Louis, bevor es durch das Stadtzentrum von Basel zurück zum Rankhof rollt. «Kein anderer Anlass bringt die Zusammengehörigkeit der Menschen, die hier wohnen, so zum Ausdruck wie der slowUp», schwärmt Regierungsrat Wessels. Es entstehen Begegnungen, die es sonst so nicht geben würde. «Zum Beispiel in Velostaus», scherzt der passionierte Velofahrer.

Region als Dreiland entdecken

Wer alle drei Schlaufen hinter sich bringt, erlebt auf 62 Kilometern drei Länder, 16 Städte und Gemeinden, sechs Rhein- und gar neun Grenzüberfahrten. Für Gabriele Zissel, Ressortleiterin Tourismus und Stadtmarketing beim deutschen Rheinfelden, einfach nur ein «super Erlebnis, in der Region so locker über die Grenzen zu kommen». Die Menschen bekämen immer mehr Lust, die Region als Dreiland wahrzunehmen und zu entdecken.

Ähnlich ins Schwärmen kommt Huningue’s Gemeinderat Rémy Longato. Die soziale und ökonomische Zusammenarbeit der drei Länder sei mittlerweile auf sehr hohem Niveau. «Man fühlt sich immer mehr als Region. Der slowUp ist Ausdruck davon», so Longato. Der Gemeinderat betont, dass in diesem Jahr aufgrund des Anschlags mit einem Lastwagen in Nizza die Sicherheitsvorkehrungen in Frankreich höher sein werden.

Es brauchte vor über zehn Jahren viel Überzeugungsarbeit, damit 2007 zum ersten Mal der slowUp Basel-Dreiland durchgeführt werden konnte. Auch nach zehn Jahren sei die Organisation keine Routine, betont Geschäftsführer Hilti. Er wünscht sich künftig eine Streckenergänzung im Raum Lörrach. «Wir würden gerne über die Zollfreistrasse fahren.» Dies sei dieses Jahr zum Jubiläum aufgrund der vielen Baustellen in Riehen noch nicht möglich gewesen. Hilti ist sich bewusst, dass dieses Vorhaben viel Überzeugungsarbeit bräuchte. Das war vor zehn Jahren nicht anders. Heute ist der slowUp eine breit akzeptierte und beliebte Institution.

Der 10. slowUp Basel-Dreiland findet am 18. 9. zwischen 10 und 17 Uhr statt.

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