Markus Somm, Basler Zeitung

«Wahlen werden verloren, weil man vier Jahre lang versagt. Versagt haben die Bürgerlichen, weil es dem unbefangenen Wähler nie ganz klar war, was denn die Alternative wäre zum rot-grünen Regiment – man hat es vier Jahre lang versäumt, das klarzumachen. Kurz vor den Wahlen herauszustreichen, was man als Bürgerlicher anders tun würde, reicht nicht; obschon zuzugeben ist, dass die Bürgerlichen nicht einmal das zustande brachten. Der Spassismus der vier jungen Schwiegersöhne aus bürgerlichem Hause verdeckte ein ernsthafteres Problem: Den drei bürgerlichen Regierungsräten im Amt war vier Jahre lang zuvor nicht viel gelungen, was man als besonders bürgerlich hätte bezeichnen müssen.»                              

Renato Beck, Tageswoche

«Den SP-Regierungsräten zu denken geben muss das starke Ergebnis der BastA!-Kandidatin Heidi Mück. Eine Regierungsrätin Mück war vor allem für Finanzdirektorin Herzog eine beunruhigende Vorstellung. Unter Mück wären einige Dinge hinterfragt worden, die bislang als gottgegeben dargestellt wurden: die staatlich geförderte Rücksichtslosigkeit auf dem Wohnungsmarkt oder die Unantastbarkeit der grossen Konzerne. Basel geht es blendend – aber nicht allen Baslern. Bislang hat sich Rot-Grün durchgemogelt, indem es Probleme mit Geld zugedeckt hat. Beihilfen wurden erhöht, Stützstrukturen ausgebaut, Fördergelder gesprochen. In den kommenden vier Jahren sollte die Linke das nächste Projekt angehen, nachdem sie die Stadt in weiten Teilen lebenswerter gemacht hat: Sie sollte für ein gerechteres Basel sorgen.»                                                                                            

Peter Knechtli, OnlineReports

«Die Knappheit, mit der Baschi Dürr gegen eine im Vorfeld als Links-Extreme und Judenfeindin diskreditierte Politikerin die Wiederwahl schaffte, muss ihm zu denken geben. Es ist mitnichten die Dienstwagen-Geschichte seiner Polizei-Offiziere, die ihm politisch fast das Genick brach: Es war die Gesamtheit seiner Führungsleistung, die nach Ablauf seiner ersten Regierungs-Legislatur als enttäuschend bewertet werden muss. So sehr ihm politische Gegner attestieren, dass es ihm an analytischer Fähigkeit keineswegs mangelt, so sehr liess seine Bereitschaft zu wünschen übrig, vom ersten Tag an das Heft in die Hand zu nehmen und mit Entschlossenheit allfällig vom Vorgänger übernommene Mängellisten zu bereinigen – auch gegen den Widerstand seiner Offiziere.»                            

Dieter Kohler, SRF Regionaljournal

«Heisst das Resultat, weiter wie bisher? Nicht ganz. Denn sowohl Heidi Mück als auch Lorenz Nägelin haben ziemlich gute Resultate erreicht. Das ist bemerkenswert. Das heisst: Es gibt sowohl am Linksaussenrand als auch am Rechtsaussenrand viele Unzufriedene, die sich auch radikale Veränderungen wünschen, die sich sogar Basta oder SVP in der Regierung vorstellen könnten. Das muss allen Wahlsiegern zu denken geben: Basel ist nur dann sprichwörtlich erfolgreich, wenn auch die Menschen an den Rändern einigermassen zufrieden sind.»