Schützenmattpark

So entwickelte sich der Schützenmattpark vom Schiessplatz zum Wohlfühlpark

Diverse Sitzgelegenheiten laden zum Verweilen ein.

Diverse Sitzgelegenheiten laden zum Verweilen ein.

Die Geschichte der Grünanlage Schützenmattpark dokumentiert das Basler Stadtleben. In ihrem über 500-jährigen Bestehen hat sie schon zu manch einem Zweck gedient. Darin widerspiegelten sich immer die aktuellen Bedürfnisse der Zeit.

Die Schützenmatte hat in ihrem über 500-jährigen Bestehen schon so einiges erlebt. Ihre Entwicklung und die unterschiedlichen Nutzungen waren auch immer ein Spiegelbild der Zeit und der damaligen Bedürfnisse der Basler Bevölkerung.

Zu Beginn ihrer Geschichte 1498 diente jener Freiraum vor den Toren der Stadt vor allem als Schiessplatz und zu anderen militärischen Zwecken. Mit der Verlegung des Schiessplatzes 1899 an den Allschwiler Weiher beginnt die neue Ära der Schützenmatte.

1900 wird auf dem ältesten Teil der Matte der erste Volkspark überhaupt in Basel eröffnet. Dieses Novum widerspiegelte den um die Jahrhundertwende aufkommenden Wunsch des Bürgertums, auch in städtischen Räumen Freiheiten zu geniessen. Freizeit und Flanieren waren bis anhin der besseren Gesellschaft vergönnt gewesen.

Ziemlich schnell nach der Eröffnung entstand ein Musikpavillon, der noch mehr Menschen in den einzigartigen Park locken sollte. Neben dem Pavillon, der 1999 durch einen Brand zerstört wurde, sind über den ganzen Park diverse kleine Holzhäuschen verteilt.

Eines davon wurde gleich zu Beginn noch als Geissenstall eingerichtet. Um der Unterernährung der vielen Kinder in der Wirtschaftskrise der 30er-Jahre entgegen zu wirken, hielten die Basler Geissen, um mit deren Milch die jüngsten Mitglieder der Familie über die Runden zu bringen.

Schlachten als Ausdruck der Not

Nicht nur im Ersten, auch im Zweiten Weltkrieg war das Essen knapp – auch in der vom Krieg verschonten Schweiz. Folglich wurden in Städten der ganzen Schweiz die von Friedrich Traugott Wahlen ausgerufenen «Anbauschlachten» ausgetragen, so auch in Basel.

Diese Schlachten waren Ausdruck der Notlage und des Unabhängigkeitswillens bezüglich der Selbstversorgung. Zu diesem Zweck wurden auf geeigneten Flächen des Parks Gemüse und Kartoffeln angepflanzt. Diese Umnutzung führt den Ernst der Lage dramatisch vor Augen.

Der Park erlebte im 20. Jahrhundert aber nicht nur Negatives. Auf Initiative des Stadtgärtners Richard Arioli wurden wichtige Ergänzungen und Umgestaltungen wie die Installation eines Planschbeckens, diverser Sitzplätze und eines Karussells veranlasst.

Beliebtes Rückzugsgebiet

Heute ist der Schützenmattpark nicht mehr ein Krisen-, sondern vielmehr ein Wohlfühlgebiet. An der Grenze von Gotthelf- und Bachlettenquartier gelegen, ist der Park ein beliebtes Rückzugsgebiet für Jung und Alt. Bänke, verschiedene Spielbereiche für Kinder sowie das als Ersatz für den Musikpavillon erbaute Parkcafé laden zum Verweilen ein.

Der äusserst reiche Baumbestand des Volksparks stammt grösstenteils noch aus der Zeit der Errichtung des Parks und gehört damit zum einzigartigen Altbaumbestand der ganzen Stadt. Der Grossteil der charakteristischen Kastanienbäume, Rostbuchen und der amerikanischen Eichen sind schon über 100 Jahre alt.

Die gesamte Anlage, die noch weitgehend der originalen Anlage von 1900 entspricht, ist eine Einheit geblieben. Die Brennerstrasse bildet heute den Übergang zur Sportanlage Schützenmatte, welche sich im Laufe der Zeit jedoch stark verändert hat.

Selbst wenn im Park, den neuen Bedürfnissen entsprechend, immer wieder geringfügige Anpassungen vorgenommen wurden, spürt man im Quartier noch immer die Atmosphäre aus dem 19. Jahrhundert. Die Alleen, grüne Innenhöfe und nicht zuletzt der Schützenmattpark machen aus dem Bachlettenquartier – aber auch aus dem benachbarten Gotthelfquartier – sehr bäumige Stadtteile.

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