Um 18.30 Uhr und 10 Sekunden ist es so weit: Alles ist neu bei Telebasel. Der Regionalsender startet mit neuem Konzept. Und um im Fernsehjargon zu bleiben, lassen wir an dieser Stelle gleich den legendären Barney Stinson aus der US-Serie «How I met your mother» zu Wort kommen: «Neu ist immer besser.» Dies ist eine der goldenen Regeln von Barney.

Doch für einmal muss man ihm widersprechen. Denn das neue Telebasel ist nicht besser. Oder zumindest nur teilweise. Am neuen Studio gibt es wenig zu bemängeln. Es ist heller, moderner und die Sendungen wirken dadurch dynamischer. Dasselbe gilt für die komplett neue Homepage. Dass sie den bestehenden Homepages vom watson.ch und barfi.ch mit dem kachelartigen Aufbau verdächtig ähnlich sieht, ist Nebensache.

Die App und die Homepage sind es auch, zu deren Gunsten das TV-Programm arg zusammengekürzt wurde. Statt zwei Stunden Vollprogramm sollte nur noch eine Stunde lang gesendet werden, die dann in der Endlosschlaufe wiederholt wird. Wie sich aber herausstellt, kommt der Sender mitnichten auf 60 Minuten.

Rätselhafte Reihenfolge

In einer nicht ganz nachvollziehbaren Sendereihefolge kommt zuerst das Wetter, dann ein Block mit fünf regionalen Kurzbeiträgen, danach drei News aus der Schweiz und der Welt und dann folgt der Sport. Für diesen als Sendung in der Sendung verkauften Themenblock ist eigens ein zweiter Moderator im Studio. Dieses Konglomerat ersetzt also das Flaggschiff des Senders: das «7vor7». Doch damit nicht genug. Nun kommt ein weiterer Beitrag – das Tagesthema – gefolgt von einem viel zu langen Werbeblock und einem fast genau gleich langen Talk. Nach diesen ersten 20 Sendeminuten folgt der neu lancierte «Regio Service», ein weiterer Nachrichtenblock mit drei regionalen Kurzmeldungen.

Was es mit der Aufteilung der Nachrichten auf sich hat, ist nur eine der offenen Fragen, von denen es unzählige gibt. Zum Beispiel, wieso die ausführlichen regionalen Nachrichtenbeiträge und die längere Talksendung einem Promi-Magazin und einer Kino-Sendung zum Opfer gefallen sind, von denen vor allem letztere mit dem Recyceln von sechs Film-Trailern wenig Mehrwert bietet.

Die Kinosendung wird im Wochentakt ausgestrahlt. An den anderen Wochentagen finden andere Sendungen zu anderen Themen einen Platz. Trotzdem ist der Nutzen fraglich. Weitere Fragen wären, wieso es im neuen Studio so heiss ist, dass sich Moderator Adrian Plachesi zwischen den Beiträgen Luft zufächeln muss. Oder wieso während der Sport-Sendung auf Hosensack-Höhe von Moderator Adrian Gaugler das Wort «Wetter» eingeblendet wird. Oder auch, wieso Dani von Wattenwyl grüne Hosen trägt. Oder ist es die Beleuchtung, die seine Blue Jeans grün erleuchten lässt?

Es ist eine Stunde Fernsehen, die verwirrt zurücklässt. Aber hält man es mit Barney, kann man sich immerhin an etwas freuen: die beiden Adrians tragen einen Anzug.