Trockenheit

So leidet das Basler Grün unter der Trockenheit – Stadtgärtnerei reagiert

Ohne Bewässerung können die Basler Stadtbäume die anhaltenden Hitze- und Trockenperioden nicht überstehen.

Ohne Bewässerung können die Basler Stadtbäume die anhaltenden Hitze- und Trockenperioden nicht überstehen.

Es regnet zu wenig für das grüne Basel. Die Zunahme der Trockenheit zeigt sich in städtischer Vegetation. Die Stadtgärtnerei reagiert darauf und bewässert wo nötig.

Achtet sich Mensch in den verschiedenen Basler Stadtpärken auf den grünen Rasen, dann bemerkt er schnell, dass dieser gelbe, vertrocknete Flecken aufweist. Die Stadtgärtnerei bewässert diese Fläche bewusst nicht, weil sich die Oberfläche in der nächsten Regenperiode wieder erholt. Das lässt die Stadtgärtnerei in Form einer Pressekonferenz verlauten und informiert über den Umgang mit den trockenen klimatischen Entwicklungen.

Der starke Niederschlag der letzten Tage genügt aber nicht für eine solche Erholung, und die zunehmende Trockenheit im Sommer hat fatale Folgen für die städtischen Grünflächen. Denn unter der Oberfläche herrscht ein Wasserdefizit, das sich seit dem Sommer 2018 summiert.

Das kommt von einem andauernden Niederschlagsmangel. Durchschnittlich soll es in Basel 850 Milliliter je Quadratmeter pro Jahr regnen. Im Jahr 2018 waren es 500 Milliliter und im Jahr darauf 600 Milliliter. Vergleicht man die momentane Niederschlagsmenge mit den Mengen, die in den vergangenen Jahren zu diesem Zeitpunkt gemessen wurden, dann erreicht das Jahr 2020 die tiefste Niederschlagsmenge seit dem Hitzesommer vor zwei Jahren.

Massnahmen aufgrund zunehmender Trockenheit

«Die Situation spitzt sich zu», sagt Yvonne Aellen, Leiterin des Grünflächenunterhalts der Stadtgärtnerei Basel-Stadt. Die verschärfte Situation fordert die Stadtgärtnerei heraus, die grünen Flächen zu erhalten. Der Fokus bei der Bewässerung gilt Jungbäumen, Blumenbeeten und stark benutzten Parkgrünflächen.

Gärtnerinnen und Gärtner bewässern zum Beispiel den meistbenutzten Teil des Margarethenparks mit 270 000 Liter pro Woche. Der andere Teil, den die Stadtgärtnerei nicht bewässert, zeigt trotz des starken Niederschlags in den letzten Tagen nur eine Tiefe von 15 Zentimetern. Das heisst, dass der Boden unter dieser Tiefe «staubtrocken ist», so Meinrad Gunti, Kreisleiter Ost der Abteilung Grünflächenunterhalt der Stadtgärtnerei. Bei der bewässerten Fläche ist die Tiefe ausreichend, was aber nur durch die künstliche Bewässerung möglich ist.

Bei Jungbäumen setzt die Basler Stadtgärtnerei Wassersäcke ein.

Bei Jungbäumen setzt die Basler Stadtgärtnerei Wassersäcke ein.

Die Stadtgärtnerei konzentriert sich allgemein darauf, dass mit viel Wasser auf einmal bewässert wird, damit die Pflanzen in die Tiefe Wurzeln schlagen und der Hitze gegenüber robuster werden. Bei grösseren Bäumen hilft eine künstliche Bewässerung wenig, weil der Baum sein Wasser aus dem Grundwasser bezieht. Solange das Grundwasser nicht durch Tiefgaragen und andere Bauten gestört wird, können sich die Bäume ernähren.

«Die Sommer werden heisser», sagt Aellen. Die momentane Hitze wird in dreissig Jahren zum Durchschnitt gehören. Darum bereitet man sich auf die langfristige, ungewisse Zukunft vor: Die Stadtplanung soll eine Mischung von vielen verschiedenen Baumarten in ihre Planung miteinbeziehen und versucht, durch neue technische Mittel die effizienteste Bewässerungsmethode zu erreichen.

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