Freizeitsportler freuen sich, wenn Basel mehr anbietet, als am Schwimmsack hängend oder in einem Boot sitzend den Rhein hinunterzugleiten beziehungsweise hochzuschippern. Die neue Surf-Welle, ein Projekt des Unternehmers Christian Müller, kommt da mehr als gelegen: Sie soll auf der Grossbasler Rheinseite beim St. Johann zu stehen kommen.

Doch das Projekt ist noch nicht in trockenen Tüchern. Noch fehlt die Bewilligung, und eine einzige Einsprache könnte das ganze Projekt versenken. Und begeistert sind nicht alle: Den Basler Wasserfahrern würde sie mitten im Trainingsweg stehen.

«Mit uns wurde keine Rücksprache genommen», sagt Wasserfahrer-Verbandspräsident Gilles Kolb gegenüber der bz. Dies im Gegensatz zum Wassersportverein Basel, der laut Auflageunterlagen wegen einer allfälligen Kooperation mit dem Clubhaus von der projektierenden Zuger Sportfirma informiert worden war.

Spärliche Trainingsflächen

Der Verband werde in den kommenden Tagen das Gespräch mit den Betreibern suchen, um eine Lösung zu finden. Denn den Wasserfahrern wird in den Sommermonaten das Trainingsgelände ohnehin knapp: Das Kleinbasler Ufer ist dann voller Rheinschwimmer. «Wir plädieren grundsätzlich für ein gutes Miteinander», sagt Kolb. Da die Druggedde im Wasser zwischen Schwarzwald- und Johanniterbrücke aber zunehmend grösser werde, gestalte sich das Training entsprechend schwieriger.

Aus Sicht des Basler Rheinschwimmens sei die Anlage aber weniger problematisch, sagt Christian Senn, der seitens der SLRG Region Basel das Rhyschwimme organisiert. «Da über 95 Prozent der Schwimmer auf der Kleinbasler Seite unterwegs ist, sind weniger Leute vom Standort auf der Grossbasler Seite betroffen.»

Ob der Standort unterhalb des Birsig-Ausflusses allerdings der richtige sei, könne er nicht kommentieren, so Senn. Verbandspräsident Kolb von den Wasserfahrern beäugt den Standort etwas kritischer, auch weil der Birsig bei Hochwasser viel Schwemmgut mitbringe.

Wasserfahrer haben Wegrecht

André Auderset hingegen, Kleinbasler Grossrat der LDP und Geschäftsführer der Schweizerischen Schifffahrtsvereinigung, beschwichtigt: Wenn die Abklärung mit den Schweizerischen Rheinhäfen positiv verlaufen sind, sei das problemlos. Die Prüfung erfolge zuverlässig, zudem liege die Surf-Anlage gemäss Visualisierungen nicht in der Schifffahrtsrinne.

Doch auch Auderset sagt: «Die Wasserfahrer haben Vortritt.» Sie würden die Strecke traditionell befahren und müssten unbedingt miteinbezogen werden. «Findet man zu einer Einigung, ist alles sorgfältig abgeklärt und wird die Anlage nicht als Stromfresser betrieben, so ist sie sicher eine gute Sache», kommentiert Auderset.

Die Surf-Anlage könne durchaus zu einer Attraktivitätssteigerung des Rheins beitragen. Auch, weil sie auf der Grossbasler Seite zu stehen kommt, die bislang – im Gegensatz zum Kleinbasel – vom Rheintourismus noch weitgehend verschont wurde.