Grüne sind kritisch

So schlimm war der Sommer 2018: Diese 40 Basler Bäume müssen weg – weil sie krank sind

Rund 40 Bäume will die Stadtgärtnerei notfallmässig fällen, weil sie krank seien. Die Basler Grünen sind misstrauisch: Sie sehen die Stadtgärtnerei selbst in der Verantwortung, dass es gar nicht so weit kommen soll.

Das Risiko für die Basler Bevölkerung soll schlicht zu gross sein. Rund 40 Bäume will die Stadtgärtnerei ab heute bis Freitag notfallmässig fällen. Trockenheit und Hitze vom Hitzesommer 2018 hätten sie absterben lassen. Weil sie Äste verlieren oder ganz umstürzen können, sind sie zur Gefahr für die Bevölkerung geworden.

Priorität hätten Bäume entlang von Strassen und Trottoirs und in Parks. So sind beim Zolli-Parkplatz einige Parkplätze abgesperrt, bis das tote Holz weg und die Gefahr gebannt ist. Solche toten Bäume könnte man «unmöglich stehen lassen» wie tief im Wald, heisst es in einer Mitteilung. Auch auf der Wilhelm-Klein-Anlage beim Milchsuppe-Areal müssen zehn Bäume gefällt werden. Trotzdem rechnet Simon Leuenberger von der Stadtgärtnerei nicht mit negativen Reaktionen aus der Bevölkerung: «Es ist offensichtlich, dass die Bäume kaputt sind. Man sieht die Instabilität, daher gehe ich davon aus, dass die Anwohner die Fällungen akzeptieren werden.»

«Wir hoffen auf Ersatz»

Bei den Grünen sorgen die Fällungen allerdings bereits für Kritik. «Wenn die Bäume tatsächlich derart geschwächt sind, steht die Stadtgärtnerei in der Verantwortung», sagt Grossrat Thomas Grossenbacher: «Mittlerweile aber sind wir misstrauisch.» Immerhin habe der Kanton schon am Tellplatz rabiat einfahren und gleich zwölf Ahorne fällen wollen. Eine Petition mit 3500 Unterschriften hat den Kahlschlag jedoch verhindert. Zuletzt musste doch nur gerade ein Baum gefällt werden. Daher wollten die Grünen auch jetzt mehr Infos zu den Fällaktionen.

«Wir hoffen zudem auf adäquaten Ersatz», betont Grossenbacher. Gerade wegen der Hitzesommer sei die Stadt verstärkt zu begrünen, um sie zu kühlen. Immerhin verlangt auch das Gesetz Ersatz für jeden der 26'000 Bäume im Kanton, der gefällt werden muss. Denn zu den aktuell 40 Fällen könnten noch weitere dazukommen: Auch andere Bäume sind angeschlagen, und der Sommer hat noch nicht begonnen. Leuenberger beruhigt: «Im Frühling werden wir die Bäume durch junge Pflanzen ersetzen.»

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