Bauprojekte

So sieht der Hauptsitz von Roche in zehn Jahren aus

Ende Jahr werden die Bagger wieder auf dem Roche-Areal auffahren. Dies wird der Auftakt für zehn Jahre Rundumerneuerung des Hauptsitzes von Roche in Basel. Die neuen Gebäude werden zwar höher, das Areal wird zugleich aber durchlässiger.

Noch fehlen dem Roche-Turm, dem «Bau 01» auf den Plänen, die letzten Meter, schon plant Roche die nächsten Baustellen. Bereits Ende Jahr werden die Bagger wieder auffahren für die Sanierung und Aufstockung des Logistikgebäudes «Bau 41». Es wird der Auftakt für zehn Jahre Rundumerneuerung des Hauptsitzes von Roche in Basel sein. Insgesamt drei Milliarden Franken will der Pharmariese in den nächsten Jahren hier verbauen und 3'000 Arbeitsplätze, die heute auf 13 Standorte in der ganzen Stadt verteilt sind, an die Grenzacherstrasse verlegen. Wenn die Entwicklung abgeschlossen ist, werden etwa 9'000 Menschen auf dem Areal an der Grenzacherstrasse arbeiten.

Verkehrskonzept setzt auf Velo

All diese Menschen müssen irgendwie zur Arbeit kommen. Roche setzt dabei vor allem aufs Velo und baut 1'500 unterirdische Veloparkplätze. Der Konzern geht davon aus, dass bereits heute etwa 70 Prozent der Mitarbeitenden den öffentlichen Verkehr oder das Fahrrad nutzen. Sollte der Kanton, wie angedacht, eine Tramlinie durch die Grenzacherstrasse bauen und das Herzstück der Regio-S-Bahn realisieren, könnte sich dieser Anteil langfristig noch erhöhen. Für Mitarbeiter, die mit dem Auto zur Arbeit fahren, bietet Roche heute 2'100 Parkplätze auf dem Areal. Diese Parkplätze werden im Zuge der Umbauten erneuert. Während der Bauphase werden die Parkplätze in den Badischen Bahnhof oder ins Dreiländereck ausgelagert.

Höchstes Gebäude der Schweiz

Ins Auge sticht auf den Visualisierungen der Neubauten vor allem der zweite Turm, der «Bau 02». Er soll mit einer Bauhöhe von 205 Metern noch höher werden als der jetzige Roche-Turm. An den Areal-Grenzen werden dagegen niedrigere Gebäude für weichere Übergänge zum Quartier sorgen und den Hauptsitz harmonischer an die umgebenden Areale anbinden. Roche will zudem die Bereiche an der Grenzacherstrasse und zum Rhein hin begrünen. Mit dem jetzigen Bau 74 fällt ein Moloch auf dem Areal. Roche-Chef Severin Schwan bezeichnete das Gebäude als «Energieschleuder»: Es verbrauche etwa fünfmal mehr Energie als der neue Turm und sei für die Mitarbeiter zum Teil sehr unangenehm. Neu setzt Roche auf kleinere Baueinheiten, die dem Bebauungsplan für das Areal von Otto Rudolf Salvisberg aus dem Jahr 1939 entsprechen.

Positive bis begeisterte Reaktionen

In Basel sind die Pläne von Roche sehr positiv aufgenommen worden. Mit dem Ausbau werde «die Position Basels als weltweit führender Life-Sciences-Standort weiter gestärkt», schreibt etwa die Basler Regierung. Kanton und Roche seien sich einig, dass ein besonderes Augenmerk auf eine stadtverträgliche Bewältigung des zusätzlichen Verkehrsaufkommens im Wettsteinquartier gelegt werden muss. «Kurzfristig wird die Tramachse Leimental– Bahnhof SBB–Wettsteinplatz–Badischer Bahnhof durch die neue Führung der Linie 17 über den Margarethenstich gestärkt», schreibt die Regierung.

Auch die Basler Parteien begrüssen die Pläne von Roche. Die CVP zum Beispiel freut sich nicht nur über das Bekenntnis zu Basel, sondern auch darüber, dass die lokale Bauwirtschaft von den Investitionen profitieren wird. «Die kantonalen Behörden haben jetzt alles daranzusetzen, dass Roche innert nützlicher Frist die notwendigen Bewilligungen erhält», fordert die CVP. Auch die Grünen begrüssen die Pläne von Roche, fordern aber, die Entwicklung des Areals müsse «möglichst umweltverträglich geschehen und die Bedürfnisse des umliegenden Quartiers einbeziehen».

Dem scheint Roche Rechnung zu tragen: Bei den Neubauten würden «aktuellste Erkenntnisse der Energietechnik» umgesetzt, erklärte Roche-Chef Severin Schwan gestern. Roche nutze regenerative Energien, heize mit Abwärme und kühle mit Grundwasser. Der Masterplan für die neuen Gebäude stammt vom Basler Architekturbüro Herzog de Meuron. Laut Schwan will Roche die einzelnen Bauten ausschreiben. Dabei könne Herzog de Meuron sich beteiligen, es würden aber auch andere Architekten zum Zug kommen. So oder so will Roche einen einheitlichen Stil pflegen auf dem Areal mit hellen Gebäuden und klaren Linien.

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