Vermisstanzeige
So soll das Büsi wieder nach Hause kommen - der Weg ist aber illegal

Das Tierfundbüro beider Basel unterstützt die Tierhalter mit einer neuen Dienstleistung. Die Suche nach vermissten und aufgefundenen Tieren soll auf diesem Weg erleichtert werden. Doch das Hilfsmittel fordert Nutzer zu illegalem Handeln auf.

Bigna Bornhauser
Merken
Drucken
Teilen
So findet man sein Büsi wieder

So findet man sein Büsi wieder

bz
Katze Fabio geht es aber gut, keine Angst.

Katze Fabio geht es aber gut, keine Angst.

bz

Die helle Aufregung. Ein fremder Hund läuft einem zu. Noch schlimmer: Das Büsi kommt vom täglichen Spaziergang nicht mehr nach Hause. Für viele Leute eine Stresssituation, wie Béatrice Kirn, Geschäftsleiterin des Tierschutzes beider Basel, erklärt: «Viele Leute sind in dieser Lage nervös - da ist ihnen jedes Hilfsmittel recht.»

Genanntes Hilfsmittel findet sich seit letzter Woche auf der Website des Tierschutz beider Basel. Ein schlichtes Gefäss vereinfacht die Erfassung wichtiger Eckpunkte zum Verlust oder Auffinden eines Tieres. Weiter wird automatisch ein Plakat erstellt.

Dienstleistung für Kunden

«Das Angebot vereinfacht den Kunden die Suche oder das Zurückgeben eines Tiers. Das Layout ist gegeben, es müssen nur die Daten und ein Foto eingesetzt werden. Zudem wird ein PDF-Dokument erstellt, das dann direkt ausgedruckt und im Quartier aufgehängt werden kann.» Doch nicht nur die Kunden profitieren, auch das Tierfundbüro kann einen Nutzen aus der neuen Dienstleistung ziehen. Die Meldung geht direkt an das Büro, die dank dem Foto und der Informationen schneller reagieren können.

Findet jemand eine Katze und sendet das Foto, so erleichtert sich der Abgleich mit den bereits vorhandenen Vermisstmeldungen. «Früher mussten die Fotos zusätzlich gesendet werden, was auch einen grösseren Aufwand bedeutete. Des Weiteren vereinfacht sich die Kommunikation», sagt Kirn. Die Leute seien schon immer darauf hingewiesen worden, Plakate anzubringen. Das tat aber nicht jeder, was teils durch den zusätzlichen Aufwand des Erstellens eines Plakats zu begründen sei. Seit 2004 besteht das Gesetz, dass jedes vermisste Tier bei einer zuständigen Stelle gemeldet werden muss.

«Wildes Plakatieren»

Um den Nutzen der Plakate ausschöpfen zu können, müssen diese auch an prominenten Orten angebracht werden. Wer dies ohne Bewilligung tut, macht sich wegen «wildem Plakatieren» strafbar. Kirn sieht darin kein Problem: «In den Quartieren wird das Anbringen der Plakate akzeptiert.» Hingegen würde von den Leuten auch erwartet, dass diese die Plakate dann auch wieder entfernen.

Martin Schütz vom Justiz- und Sicherheitsdepartement Basel-Stadt bestätigt, dass Kleinplakate zu vermissten Tieren aus der Sicht der Behörden zurzeit kein Problem darstellen. «Erfahrungsgemäss sind die Plakate oft an «legalen» Aushangmöglichkeiten, wie schwarze Bretter bei Grossverteilern oder Gartenhäge, angebracht», sagt er. Die Bewilligung dazu muss man sich bei den Besitzern vorgängig einholen.

Grundsätzlich sollen die Vorschriften beachtet werden, sagt Schütz. «Die Vollzugsorgane gehen selbstverständlich unter Berücksichtigung des Verhältnismässigkeitsprinzips und mit Augenmass gegen solche Verstösse vor.» Doch unter dem Strich gilt gemäss Ziffer 911 der Ordnungsbussenliste, illegales Plakatieren ohne Klebstoff kostet 100 Franken, mit Klebstoff 200 Franken. Doch so viel ist das Büsi dem Besitzer gewiss wert.