Basel – Skigebiet

So weit liegt das Pistenglück gar nicht: Das sind die nächsten Skigebiete von Basel aus

Basel liegt von den Schweizer Städten am weitesten von nationalen Skigebieten entfernt. Engelberg bietet derweil als Ziel für Tagesausflüge das beste Preis-Leistungs-Verhältnis.

Basel liegt von den Schweizer Städten am weitesten von nationalen Skigebieten entfernt. Engelberg bietet derweil als Ziel für Tagesausflüge das beste Preis-Leistungs-Verhältnis.

Ski heil am Rheinknie: Ein Tagesausflug in den Schnee ist möglich und muss nicht teuer sein – trotz der vermeintlichen Ferne zu den Alpen.

Wer in Basel aufwächst, hat zugegebenermassen nicht unbedingt den Wintersport im Blut. Zu stark wütet schon der Fasnachtsvirus in den Adern. In vielen traditionsbewussten Familien gilt daher immer noch der Leitspruch: Gebrochene Trommelschlegel kann man ersetzen, gebrochene Beine nicht. Kommt hinzu, dass die Stadt am Rheinknie von allen grösseren Schweizer Städten am weitesten von den Top-Skidestinationen der Nation entfernt liegt.

Entsprechend verweisen die Touristiker von Basel Tourismus auf Nachfrage rasch auf das sehr Naheliegende: die Skiregion Engelberg und den Feldberg im deutschen Schwarzwald. Bei Baslern ebenfalls beliebt sind Skigebiete in den Vogesen, deren Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln allerdings diese Saison wegen des anhaltenden Streiks in Frankreich praktisch gleich null ist. Wobei man für jene Gebiete auch im normalen Bahnbetrieb aufs Auto angewiesen ist.

Basel liegt etwas entfernt von den Skigebieten. Was aber nicht heisst, dass die nächstgelegenste Destination, die lohnenswerteste ist.

Basel liegt etwas entfernt von den Skigebieten. Was aber nicht heisst, dass die nächstgelegenste Destination, die lohnenswerteste ist.

Eine Recherche der bz zeigt: Tagesausflüge auf präparierte Schweizer Pisten sind nicht nur von Zürich oder Bern aus realistisch – vorausgesetzt, man gibt sich mit einem halben Tag auf der Piste zufrieden und nimmt Fahrzeiten von etwa zwei Stunden pro Weg mit dem Zug in Kauf. Auf die Variante mit dem Auto haben wir aus Klima- und Kostengründen verzichtet, gingen aber davon aus, dass eine Ausrüstung vorhanden ist. Ansonsten sollten pro Person noch 50 bis 60 Franken für die Tagesmiete von Ski- oder Snowboardsets berechnet werden.

Zum Resultat: Zwar liegt das Skigebiet Feldberg in Deutschland preislich knapp vorne. Allerdings schlägt Engelberg punkto Grösse und Erreichbarkeit der Pisten im Vergleich alle. Zudem ist das Titlis-Gebiet dank Gletscher in den obersten Lagen schneesicher.

Eine Übersicht zu den Skigebieten.

Eine Übersicht zu den Skigebieten.

Kleine Gebiete lohnen sich, aber auch grössere liegen noch drin

Wer also nicht nur mehrere Tage oder Wochen in ein Skigebiet reisen will, kommt nicht zu kurz. Denn Alternativen gibt es einige: Zum einen sind die kleineren Schweizer Gebiete im Pizol und Glarus, die Klewenalp in der Zentralschweiz oder Kandersteg im Berner Oberland alle in wenig mehr als zwei Stunden per öffentlichem Verkehrsmittel erreichbar. Zum anderen kostet der Ausflug in grössere Resorts wie Adelboden oder Grindelwald nur unwesentlich mehr, wobei die Fahrzeit pro Weg bereits zweieinhalb Stunden überschreitet. Insbesondere das Jungfraugebiet profitiert zurzeit von der direkten Anbindung von Basel SBB nach Interlaken Ost. Mit einmal Umsteigen geht es direkt ins Jungfraugebiet, freilich mit einer Menge anderer Touristen im Geleit. Zurzeit baut die Region das Angebot weiter aus: Im Dezember 2020 soll mit der Express-Gondel zur Station Eigergletscher das Kernstück der neuen V-Bahn eröffnet werden. Kaum lohnen dürfte sich hingegen der schnelle Ausflug ins Bündnerland: Mit Klosters liegt dessen nächste Destination knapp drei Stunden Zugfahrt von Basel entfernt. Gleiches gilt für Flims. Alles andere liegt noch weiter weg und wird erst mit Übernachtung interessant. Aber auch deutlich teurer.

Wintersport ist in Basel auch politisch relevant, wie die Debatte um die Finanzierung der Skilager an Basler Schulen zeigte. Zumal der Kanton mit diesen Lagern ein hohes Mass an Wintersportförderung betreibt. «Gerade im Stadtkanton Basel gibt es viele Familien, die nicht von Beginn an einen Bezug zum Wintersport haben», sagt Erziehungsdirektor Conradin Cramer (LDP): «Ich finde es deshalb ganz wichtig, dass man als Kind in der Schulzeit ein paar Mal ein Klassen- und Wintersportlager besucht hat.» Die Basler Kinder erhalten damit einen Einblick in die Schweizer Bergwelt, «der für viele nicht selbstverständlich ist». Ausserdem mache man im Klassenverbund Erlebnisse, an die man sich auch Jahre später noch gerne zurückerinnert: «Das war bei mir schon so, das wird heute nicht anders sein.»

Wer sich letztlich also keine ganzen Skiferien leisten kann oder will, kann zumindest einen «Day-Trip» zum Pistenglück in Erwägung ziehen. Es sei denn, man ist einer dieser hypervorsichtigen Basler Fasnächtler. Dann bricht man sich sein Bein eben auf der steilen Treppe in den Cliquenkeller.

--
Nachtrag: Wer auf dem Feldberg bei Basel Skifahren will, kommt noch günstiger raus. Zumindest beim Skilift Todtnau. Dafür nehme man die S6 vom Badischen Bahnhof nach Zell und steige dort auf den Bus 7300 mit, wie ein aufmerksamer Leser der bz meldet. Fahrtdauer bis zur Haltestelle Fahl: 1 Stunde und 36 Minuten. Der Fahrpreis auf diesem Weg beträgt rund 15 Franken retour. Das Beispiel der bz rechnete die Fahrt mit dem Zug (ohne Bus) bis in den Skiort Altglashütten mit knapp 60 Franken mit Halbtax-Abo. (ans.)

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1