Verkehr
So will Basel-Stadt den Autoverkehr eindämmen

Mit verschiedensten Massnahmen will das Basler Bau- und Verkehrsdepartement (BVD) den Autoverkehr reduzieren. Damit will es den vom Volk angenommenen Gegenvorschlag zur Städteinitiative erfüllen.

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Eine der Massnahmen: Der Lansgamverkehr soll gefördert werden

Eine der Massnahmen: Der Lansgamverkehr soll gefördert werden

bz Basellandschaftliche Zeitung

Das Ziel zu erreichen, «wird äusserst anspruchsvoll werden», sagte Bau- und Verkehrsdirektor Hans-Peter Wessels am Montag vor den Medien. Der im November 2010 angenommene Gegenvorschlag verlangt eine Reduktion des privaten Motorfahrzeugverkehrs im Kanton - mit Ausnahme der Autobahnen - um 10 Prozent bis zum Jahr 2020.

Neue Velo-«Schnellrouten»

Dazu muss laut Wessels der Trend steter Verkehrszunahmen nicht nur gebrochen, sondern umgekehrt werden. Dem Ziel näherkommen will das BVD mit Massnahmen beim motorisierten, öffentlichen sowie Fuss- und Veloverkehr und beim Wohnen. Für den Langsamverkehr verwendet wird der mit dem Gegenvorschlag gesprochene Rahmenkredit von 10 Mio. Franken.

Unter den Massnahmen findet sich eine, mit der Basel-Stadt in der Schweiz eine Pionierrolle einnehmen könnte: der Aufbau eines Netzes von Velo-«Schnellrouten». Laut Simon Kettner, Abteilungsleiter Mobilitätsstrategie im BVD, wären dies übergeordnete Velostrecken, über die man rasch und ohne Umwege ans Ziel gelangt.

So könnten etwa zehn Radial-«Schnellrouten» in die Stadt hinein führen, ergänzt durch Kreisrouten. Bis Ende Jahr könnten sie in den Teilrichtplan Velo aufgenommen werden, müssten dann aber noch vom Bund genehmigt werden. Laut Wessels noch nicht sagen lässt sich derzeit aber, bis wann sie konkretisiert werden könnten.

Parkraumbewirtschaftung

Ebenfalls zu den Massnahmen gehört ein neuer Anlauf zur Parkraumbewirtschaftung. Eine erste Vorlage war 2010 an der Urne knapp gescheitert. Voraussichtlich im Mai will die Regierung aber zusammen mit ihren Berichten zur P&R-Initiative sowie zur Parkrauminitiative eine Zweitauflage vorschlagen.

Was der Grosse Rat seinerzeit wollte sowie die Vorstellungen des Referendumskomitees seien «nicht so weit weg voneinander», sagte Wessels. Noch eine Weile dauern würde es aber bis zu einer regionalen Parkkarte, da dafür in Baselland - anders als in Basel- Stadt - wohl zuerst ein kantonales Rahmengesetz geschaffen werden müsste.

Zu den weiteren Massnahmen zählen auch etwa mehr Tempo-30-Zonen, die Tramverlängerungen nach Weil am Rhein und St-Louis sowie in die Erlenmatt, der Margarethenstich, das Herzstück der Regio-S-Bahn, die Umsetzung des Verkehrskonzepts Innerstadt oder die Wohnbaustrategie. Auch mehr Velo-Wege und -Abstellplätze gehören dazu.

Neben «zwei, drei Neuigkeiten» handle es sich «im Wesentlichen um Vorhaben, an denen wir schon sind», sagte Wessels. Weitere Schritte seien aber später möglich, falls nötig. Und bei den ebenfalls vorgesehenen Marketingmassnahmen wurde das neue Logo «Basel unterwegs. Schlau ans Ziel» geschaffen, das als erstes auf dem neuen Velostadtplan prangen wird.

Entwicklung überwachen

Um zu sehen, ob die Massnahmen greifen, zieht das BVD die Daten von 35 bestehenden Zählstellen, ergänzt mit jenen von Ampelanlagen, heran. Die permanenten Zählstellen messen mit Induktionsschlaufen im Strassenbelag die Zahl der darüber fahrenden Fahrzeuge.

Diese Zahl wird gewichtet, je nach der Verkehrsleistung, die das Verkehrsmodell Basel-Stadt der jeweiligen Strasse beimisst. Der Durchschnitt aller gewichteten Zahlen ergibt dann einen Wert, über dessen Entwicklung das BVD künftig Jahr für Jahr berichten will.