«Chance»

So will der Kanton die Integration von Flüchtlingen fördern

Die Plakatkampagne der Stadt

Die Plakatkampagne der Stadt

Im Kanton Basel-Stadt leben zur Zeit 1250 Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommene. 280 von ihnen arbeiten. Das ist anteilsmässig mehr als im Schweizer Durchschnitt, reiche aber längerfristig nicht, sagt die kantonale Asylkoordinatorin. Deshalb hat der Kanton mit finanzieller Unterstützung vom Bund die neue Kampagne «Chance» lanciert.

Das Ziel der Kampagne «Chance» ist es, Partner aus Wirtschaft und Gesellschaft zu gewinnen, die sich für die berufliche und soziale Integration von Flüchtlingen einsetzen. Ein grosser Teil der Flüchtlinge, die in der Schweiz ein Asylgesuch einreichen, kann nämlich längerfristig nicht in ihr Heimatland zurückkehren. «Es geht also nicht mehr nur um die Erstversorgung der Flüchtlinge, sondern darum, dass sie rasch Teil der Gesellschaft werden», sagt Andreas Räss, der Leiter der Fachstelle Diversität und Integration. Dazu gehört auch, dass sie eine Ausbildung absolvieren oder arbeiten können. Daneben sei es wichtig, die Bevölkerung zu sensibilisieren, damit sie bereit ist, die Menschen aufzunehmen. «Wir suchen den Dialog über das Schicksal von drei Flüchtlingen, die der Kampagne ein Gesicht geben», sagte Regierungspräsident Guy Morin.

Einer der drei Flüchtlinge ist Ahmed, ein 33-jähriger Syrer, der seit bald fünf Jahren in der Schweiz lebt. «Ich brauche kein Mitleid. Ich will eine Chance», steht auf dem Plakat, das seit heute Montag in Basel zu sehen ist. Ahmeds Geschichte, die von Mer aus dem Südsudan und Aron aus Eritrea kann man auf der dazugehörigen Website lesen. Diese bildet den Mittelpunkt der Kampagne. Hier sollen sich Interessierte informieren, austauschen und vernetzen. Wer Praktika, Lehr- oder Arbeitsstellen für Flüchtlinge anbietet, kann als Angebotspartner auftreten. Es gibt die Möglichkeit, Anregungen und Erfahrungsberichte einzubringen.

Die Baselbieter Asylkoordinatorin Renata Gäumann hofft, dass durch die Kampagne mehr Leute bereit sind, sich als Privatperson oder Arbeitgeber für Flüchtlinge einzusetzen. Ein selbstbestimmtes Leben ohne staatliche Unterstützung wünschen sich nämlich nicht nur Ahmed, Mer und Aron. (nla)

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