Seit der Debatte um zwei Baselbieter Jugendliche, die ihrer Lehrerin aus religiösen Gründen die Hand nicht reichen, ist die Diskussion über die Radikalisierung von Jugendlichen in der Region voll entbrannt. Zuletzt sorgte die «Rundschau» für Aufsehen, als ein Video publik wurde, in dem ein mutmasslicher Jihadist ein Propagandavideo in einem Schulzimmer des Gymnasiums Kirschgarten aufzeichnete. Was die Polizei und der Kanton konkret unternehmen, um die Szene im Auge zu behalten und junge Menschen vor Radikalisierung aufzuklären, fragte die SP-Grossrätin Ursula Metzger vor einem Monat.

Man nehme die Problematik sehr ernst, betonte gestern Regierungspräsident Guy Morin. So sei in der Zwischenzeit die Einrichtung eine Anlaufstelle Radikalisierung bei der Kantonspolizei und eine Task-Force Radikalisierung geschaffen worden. Darüber hatte die Regierung bereits am Dienstag informiert. Der Fokus liegt dabei auf religiös motivierter Radikalisierung. Die Schulen seien auf das Thema sensibilisiert. Für Kriseninterventionen oder Konflikttrainings würde ein Präventionsteam der Kantonspolizei zur Verfügung stehen. Diese kontrolliere auch immer wieder auffällige Personen oder Gruppierungen und würde wichtige Informationen an die Staatsanwaltschaft und den Nachrichtendienst weiter geben. Gleichzeitig will die Regierung verhindern, dass durch die Extremisten Unbeteiligte in Misskredit geraten. So sei eine Kampagne gegen Ängste und Stigmatisierung von Asyl suchenden Menschen in Arbeit. (HYS)