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So wird die neue Bar in der Steinen: Wie aus dem Kino Plaza ein In-Tempel werden soll

In wenigen Wochen erhält die Basler Kino-Strasse eine neue Beiz. Die Bauarbeiten für das «Lilly Jo» befinden sich auf der Zielgeraden.

Bis vor zwei Jahren flimmerten die grossen Kinoblockbuster über die Leinwand des Plaza. Heute gehen Handwerker ein und aus in der Liegenschaft an der Steinentorstrasse 8. Das Kino gibt es nicht mehr, der Betrieb wurde am 29. November 2017 eingestellt. Genau zwei Jahre später beginnt nun die neue Ära des Plaza: Am Freitag, 29. November, wird das Restaurant Lilly Jo Plaza eröffnet.

Sieben Wochen vor der grossen Eröffnung deuten erst die Plakate an den Fensterfronten auf das neue Lokal hin. «Arbeiten bei mir? Kaffee bei mir? Abendessen bei mir?», mit diesen Slogans wirbt «Lilly Jo». Im Innern – dem früheren Eingangsbereich des Traditionskinos – wird geschraubt, gestrichen und geschliffen. Noch fehlt der Boden im zukünftigen Restaurant. Auch der zweistöckige Turm, in dem die Bar und die Küche untergebracht werden, ist noch in Blachen eingepackt. Er steht am Platz der Kino-Leinwand, die zusammen mit den 433 Kinosesseln schon längst verschwunden ist.

«Die Bauarbeiten befinden sich auf der Zielgeraden», schreibt Matthias Keller von der ZFV-Unternehmungen aus Zürich. Ziel sei es, Mitte November mit der Einrichtung zu beginnen.
Zur ZFV-Gastronomiegruppe gehören schweizweit 206 Betriebe – darunter zwölf Restaurants und 18 Hotels.

Das dritte «Lilly Jo» in der Schweiz

Das Plaza war während fast 57 Jahren fester Bestandteil der Basler Kino-Landschaft. Nachmittags liefen vorwiegend Familienfilme, während abends die Kassenschlager gezeigt wurden. Im November 2017 kündigte die Eigentümerin, die Balintra AG mit Sitz in Basel, den Mietvertrag mit Pathé. Die Firma ist eine Immobiliengesellschaft eines UBS-Immobilienfonds. Die Balintra AG ist zudem Bauherrin des Claraturms.

Die Beiz «Lilly Jo» erhält mit dem Plaza in Basel das dritte Lokal – nach Bern und Zürich. «Wir wollen ein Ort zum Wohlfühlen sein», beschreibt Keller das Konzept. «Lilly Jo» soll auch nicht nur der Name des neuen Lokals sein, sondern die fiktive Gastgeberin verkörpern. Das Innenleben der Beiz hat Mint Architecture aus Zürich designt. Das Architekturbüro ist verantwortlich für mehrere Schweizer McDonalds-Filialen und den Hauptsitz der Basler Kantonalbank.

Es gab Gerüchte über einen neuen Club

Während der Einzug von «Lilly Jo» ins Plaza bereits Anfang 2018 bekannt wurde, rätselten die Basler seit der Kinoschliessung über die neuen Mieter im Untergeschoss. Gerüchte, dort ziehe ein neuer Club ein, bestätigten sich nicht. Laut dem UBS-Immobilienfonds musste das Clubkonzept aufgrund der Brand- und Schallschutzauflagen verworfen werden. Ein neuer Mieter wurde noch nicht gefunden.

Der ZFV will im «Lilly Jo» das in Zürich und Bern bewährte Konzept umsetzen. «Es dreht sich alles um gesundes und nachhaltiges Essen von lokalen Zulieferern», so Keller. Man arbeite mit den Metzgereien Jenzer und Grauwiler, der Bäckerei Kübler und dem Gemüsehändler Gebrüder Marksteiner zusammen. Auf der Getränkekarte der Plaza-Bar würden zudem Unser Bier, Kitchen Brew sowie Tonic von Swissmountainspring und regionaler Wein stehen.

Auch wenn aus dem ehemaligen Kino nun eine Szenenbeiz wird, der traditionelle Charme soll beibehalten werden. Der Schriftzug über dem Eingang, die Balkone im Innern, das Plaza im Namen und das «Lilly Jo Popcorn» erinnern weiterhin an glorreiche Kino-Zeiten.

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