Alternativ-Programm

Soldaten helfen im Rahmen von Conex 15 im Unispital

Ein WK unter realen Bedingungen: Soldat Stephan Zographos (vorne) unterstützt Stationsleiter Vitomir Jankovic im Basler Unispital.

Ein WK unter realen Bedingungen: Soldat Stephan Zographos (vorne) unterstützt Stationsleiter Vitomir Jankovic im Basler Unispital.

Im Universitätsspital Basel unterstützen 150 Soldaten das Pflegepersonal. Ein Beispiel dafür ist Stephan Zographos: Er arbeitet seit vergangenem Freitag mit Patienten, die eine schwere Operation hinter sich haben. Hier erlebt er den Ernstfall.

Normalerweise fehlt den Patienten von Stephan Zographos nichts. Sie sind weder krank noch haben sie Schmerzen. Die Patienten, die Zographos aber im Moment umgeben, sind echt. Sie liegen im Universitätsspital Basel auf der Überwachungsstation, der sogenannten IMC Chirurgie. Die Patienten hier haben eine schwere Operation hinter sich und ihr Zustand muss ständig überwacht werden. Viele sind nicht ansprechbar.

Stephan Zographos ist seit vergangenem Freitag im Basler Unispital. Er ist kein Arzt oder Pfleger, sondern Soldat – das verrät aber nur das olivgrüne T-Shirt unter seinem weissen Kittel. Auf der Überwachungsstation absolviert der 33-Jährige seinen WK im Rahmen der Militärübung Conex 15, die seit Mittwoch und noch bis am 26. September in der Region stattfindet.

Rund 150 Mitglieder des Spitalbataillons 75 sind im Uni-Spital im Einsatz – die meisten von ihnen als Pfleger oder Pflegehelfer, andere als Elektriker, Polymechaniker oder in der Logistik. «Das primäre Ziel der Übung im Spital ist es, das Spitalpersonal zu unterstützen und die Zusammenarbeit zu trainieren», erklärt Kai Tisljar, Kommandant des Spitalbataillons 75. Die Soldaten sollen Abläufe kennenlernen, damit diese im Ernstfall sitzen. Der Einsatz wird zusammen mit dem Spitalpersonal geplant: «Das Spital meldet uns, welche Funktionen sie brauchen und wir schicken – sofern verfügbar – die passende Person», sagt Tisljar.

Auf der Überwachungsstation füllt Soldat Stephan Zographos zum Beispiel Material- und Medikamentenlager auf, hilft dem Pflegepersonal beim Umlagern von Patienten oder unterhält sich mit Patienten, wenn es deren gesundheitlicher Zustand zulässt. «Es gefällt mir hier besser als in einem normalen WK», sagt Zographos. «Die Arbeit mit echten Patienten ist viel erfüllender.» Aber es sei auch stressiger. Er müsse sehr aufmerksam sein. Denn im Gegensatz zu Militärübungen hat er es im Spital nicht mit simulierenden Kollegen zu tun. «Ich kontrolliere immer zwei- oder dreimal, ob ich auch wirklich alles richtig gemacht habe.»

Mit Patienten und Spitälern hat Zographos in seinem zivilen Leben nichts zu tun. Er ist wissenschaftlicher Berater für analytische Labors. Dem wird im Spital Rechnung getragen: «Meine Aufgabe ist es, ihn zu involvieren, aber ich muss ihn gleichzeitig auch abschirmen», sagt Vitomir Jankovic, der Stationsleiter. Auf der Überwachungsstation gebe es auch weniger schöne Dinge zu sehen. «Wenn das jemand nicht kennt, kann das schwierig sein», sagt Jankovic. Es sei ihm wichtig, dass Zographos in jeder Situation selber entscheiden könne, ob er etwas machen möchte oder nicht. Froh, um die Unterstützung ist der Stationsleiter aber allemal. Auch wenn es vorwiegend Kleinigkeiten seien, um die sich Zographos kümmere, sei seine Hilfe für das Team. Und auch ein Gewinn für die Patienten.

Meistgesehen

Artboard 1