Der diesjährige Juli ist wettermässig nicht gerade so, wie ihn sich die meisten Menschen wünschen. Zuerst gab es viel Regen und auffallend tiefe Temperaturen, danach Hitze und nun wieder eine Schlechtwetterphase. Die vielen Niederschläge, die weit über dem langjährigen Durchschnitt für den Juli liegen, haben in der Region Basel Konsequenzen.

Hochwassergefahr bei Bächen

Obwohl die Pegelstände hoch sind, versichern Doris Walther von der Sicherheitsdirektion Baselland (SID) und Jaroslav Misun von der Bau- und Umweltschutzdirektion Baselland (BUD), dass keine grosse Gefahr durch Hochwasser besteht. Bei der SID analysiere man die Situation seit Sonntagmorgen genau, teilt Walther mit. Auf Abruf stehen ein Geologe, der sich mit der Hanglage beschäftigt und ein Spezialteam aus der Luft, das die regionalen Flüsse und Bäche im Auge behält.

Auch Misun gibt Entwarnung vor grösseren Überschwemmungen. Die Lage sei nicht dramatisch. «Das Wasser ist hoch, aber kein Hochwasser.» Bei kleineren Bächen im Baselbiet könnte indes eine Überschwemmungsgefahr bestehen. Misun sagt, dass der Boden durch den vielen Regen sehr nass ist und er bei einem erneuten Gewitter die grosse Wassermenge nicht mehr aufnehmen könnte.

Sämtliche Kläranlagen in der Region sind von der grossen Wassermenge laut Patrick Lüthy von der ARA Birs betroffen. Das ist aber auch nicht weiter schlimm, da Kläranlagen für solche Fälle vorbereitet sind. Bei einem sogennanten Schmutzstoss gelangen die Fäkalien in drei Mischwasserbecken. Im Dritten befindet sich ein Siebrechen, der wie als Filter fungiert und die grossen Schmutzteile abfängt. Das restliche Wasser gelangt ungereinigt in den Rhein, doch da es stark verdünnt ist, besteht keine Gefahr für die Umwelt.

Für Mais gut, für Getreide schlecht

Für die Landwirtschaft birgt der viele Regen Vor- und Nachteile, wie Andreas Buser aus dem Spezialgebiet der landwirtschaftlichen Produktion meldet. Für nasse Kulturen, wie beispielsweise den Mais, ist der grosse Niederschlag positiv. Durch eine Wetterbesserung in den nächsten Tagen wird der Mais stark anwachsen.

Bei dem Getreide ist es etwas problematischer. Der Niederschlag aus der vorletzten Woche und nun die erneuten Regengüsse könnten Auswüchse der Pflanzen nach sich ziehen, die das Korn schädigen. Die Schlechtwetterphase vor zwei Wochen traf die Landwirtschaft jedoch stärker. Der Feldobstbau und insbesondere die Tafelkirschen aus der Klasse 1 waren betroffen. Für alle nicht geschützten, abgedeckten Kulturen stellte der Regen ein grosses Problem dar. Die Verluste waren schmerzhaft.