Basel
Sonderausstellung über Augustus: Eine Hommage an den Erhabenen

In der Skulpturhalle Basel beginnt am Dienstag eine Sonderausstellung über den römischen Kaiser Augustus. Vor 2000 Jahren verstarb dieser, nun wird er mit der Ausstellung gewürdigt.

Céline Feller
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Die Ausstellung kann bis zum 1. Februar 2015 besucht werden.
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Sonderausstellung zu Kaiser Augustus in Skulpturhalle Basel
Andrea Bignasca (links) und Ella van der Meijden erläutern die Ausstellung.
Augustus liess Büsten und Bildnisstatuen von sich anfertigen, die im ganzen Reich zu stehen hatten. Sein Gesicht war zudem auf Bauwerken, Reliefs und Münzen abgebildet.
Büste des Augustus im «Prima Porta-Typus» (63 v. Chr. – 14 n. Chr.).
Statue des Augustus (63 v. Chr. – 14 n. Chr.).
Büste des Augustus im «Ara Pacis-Typus» (63 v. Chr. – 14 n. Chr.).
Statue der Livia (58 v. Chr. – 29 n. Chr.).
Reliefplatte von der Ara Pacis («Tellus-Relief»).
Kostbares Tafelsilber aus Italien.

Die Ausstellung kann bis zum 1. Februar 2015 besucht werden.

Martin Töngi

Als Caius Iulius Caesar am 15. März 44 vor Christus ermordet wird, steht es nicht gut um die Hauptstadt des römischen Reiches. Die Wasser- und Getreideversorgung des Volkes ist schlecht, die Abwasserkanäle sind verdreckt und alte Tempel zerfallen, weil die Besitzerfamilien kein Geld mehr haben, um sie zu renovieren. Dass Rom ein knappes Jahrhundert später sein goldenes Zeitalter erlebt, ist zu diesem Zeitpunkt undenkbar.

Zu verdanken ist dies Caius Octavius, besser bekannt als Octavian oder unter seinem vom Senat verliehenen Namen Augustus – was so viel wie «der Erhabene» bedeutet. Heute jährt sich Todestag des ersten römischen Kaisers der Geschichte zum 2000. Mal. Ein Herrscher, der sich einerseits durch seine Innovationen, andererseits aber auch mit seinen Gräueltaten und den rücksichtslosen Liquidationen seiner Gegner einen Namen machte.

Dieses Jubiläum nimmt die Skulpturhalle Basel zum Anlass, über Iulius Caesars Adoptivsohn eine Sonderausstellung (20.8.2014 bis 1.2.2015) zu organisieren. Kuratorin Ella van der Meijden und Andrea Bignasca, Direktor des Antikenmuseums Basel, haben eine in drei Bereiche aufgeteilte Sammlung zusammengestellt. Die Themenblöcke «Wer war Augustus?», «Das Goldene Zeitalter» und «Augustus und Europa» sollen das Leben Augustus’ durchleuchten. «Mit dieser Ausstellung haben wir die Möglichkeit, die Geschichte und das Geschehen historisch zu hinterfragen», erklärt Bignasca.

Nachwirkungen bis in heutige Zeit

Von Caius Iulius Caesar zum Nachfolger bestimmt, trat der bis dahin noch weitgehend unbekannte Octavian das schwere Erbe des noch heute berühmtesten römischen Feldherrn an. Er vollbrachte, was sein Mentor begonnen hatte: die 400-jährige römische Republik gewaltsam in ein Reich mit einem Alleinherrscher umzuwandeln.

Nachdem Augustus den in Rom und seinen Provinzen wütenden, äusserst blutigen Bürgerkrieg beendet hatte, kehrten Friede und Wohlstand im Reich ein, die sogenannte «Pax Augusta». So sah Augustus 27 v. Chr. seine Aufgabe als vollendet an, behielt auf Drängen des Senats jedoch all seine Ämter inne. Heute wird der angebliche Wille, seine Herrscherfunktionen niederzulegen, viel eher als Scheinmanöver eingestuft, das die Demut Augustus’ demonstrieren sollte.

In den sechs Jahrzehnten, in denen Augustus die politische Bühne Roms beherrschte – vier davon als Alleinherrscher – hat er Grundlagen gelegt, die immer noch nachwirken. Noch heute trägt der achte Monat des Jahres seinen Namen, und auch in Ortsnamen wie beispielsweise Augst oder Kaiseraugst fand sich eine Möglichkeit, ihn zu verewigen. Augustus war mit seinem Denken seiner Zeit stets voraus und gilt auch deshalb als eine der Schlüsselfiguren der Antike. Doch seine Herrschaft blieb nicht nur in positiver Erinnerung.

Dies unterstreicht auch Bignasca: «Augustus ist eine der mächtigsten, innovativsten aber auch umstrittensten Personen der Antike.» Diesen Umstand hat er seiner Blutrünstigkeit, seiner manipulativen Art und seinen strengen moralischen Wertvorstellungen – Männer zwischen 25 und 60 und Frauen von 20 bis 50 unterlagen der Ehepflicht – zu verdanken.

Am 19. August 14 nach Christus, zu einem Zeitpunkt, als das Imperium Romanum seine grösste Ausdehnung erreicht hatte, starb Augustus im für die damalige Zeit hohen Alter von 76 Jahren in den Armen seiner dritten Frau Livia im Familienhaus in Nola bei Neapel.

Obwohl er sich nach aussen immer bescheiden zeigte, liess er Zeit seines Lebens tausende von makellosen Porträts und Bildnisstatuen errichten und im ganzen Reich verteilen. Davon zeugen die Fundorte der Augustusbildnisse, die sich von Frankreich über Spanien und Ägypten bis nach Kleinasien erstrecken. Und auch sein berühmtestes Zitat zeugt nicht eben von Bescheidenheit: «Ich habe diese Stadt in Ziegeln vorgefunden und sie in eine Stadt aus Marmor verwandelt.»