Im November gerieten die Verantwortlichen für den Neubau des Basler Kunstmuseums kurz ins Schwitzen: Der Generalplaner (Name der Redaktion bekannt) musste wegen Überlastung kürzertreten. Bei ihm liefen die Fäden zusammen, er war eine Schlüsselfigur. Das Projekt, im Zeitplan ohnehin ambitioniert, drohte knapp vor der Eröffnung in Verzug zu geraten.

Anspruchsvolle Technik

Auch haustechnisch war dieser Bau – und Umbauten am bestehenden Haus aus den 1930er Jahren – äusserst anspruchsvoll. Licht und Temperatur müssen optimal gesteuert werden, Sicherheitsvorgaben an öffentlichen Gebäude müssen exakt eingehalten werden. «Wir waren froh, dass wir ein so grosses Team hatten», sagt heute Stefan Charles, Projektleiter des Kunstmuseums. «Es wäre fatal gewesen, hätte das an einer Person gehangen.» In einem mehrjährigen Bauprojekt dieser Grösse kommt es immer wieder zu unterschiedlichen Zusammensetzungen des Projektteams. Das war sowohl beim Generalunternehmer wie auch bei der Bauherrschaft so. Oft brauchte es einen Sondereffort. Der Generalplaner war für eine Stellungnahme am Mittwoch und Donnerstag nicht erreichbar.

In den letzten Monaten der Bauarbeiten ging es vor allem um die haustechnischen Einrichtungen wie Klima und Licht. Und beide sind für ein Museum extrem wichtig – und sie hängen zusammen. Scheint die Sonne, treten Lamellen in Aktion. Überzieht sich der Himmel, öffnen sie sich, in der Dämmerung schalten sich Lichtquellen zu. Die Lichtführung ist nicht nur wegen der Besucher wichtig, sondern auch wegen der möglichen Schädigung der Kunstwerke durch zuviel Licht. Die Verantwortlichen des Kunstmuseums sahen für Klimaanlage aus Sicherheitsgründen eine sechswöchige Messphase vor. Erst dann wollte man mit Kunst ins Haus.

Klimaanlage überraschte positiv

Doch dann folgte die fast unglaubliche Überraschung: Die Klimaanlage lief praktisch vom ersten Tag an ohne Fehl und Tadel. «Für uns war das ein Riesenglück. Wir waren beeindruckt. Ohne funktionierende Klimaanlage mit stabilen Klimawerten wären wir nicht eingezogen.» Jetzt sei man am Feintuning des Licht-Managements, sagt Charles.

Doch es gab noch einen anderen wichtigen Aspekt: die Sicherheit. «Bei öffentlichen Gebäuden mit hoher Personalbelegung existieren sehr strenge Vorschriften bezüglich Evakuierung und Brandschutz. Es braucht Entrauchungsanlagen. «Alle Vorschriften konnten rechtzeitig erfüllt werden, obwohl die Testphasen kurz waren», sagt Charles.

Am Bau mussten weit mehr als 100 Abnahmen gemacht werden. Die Diebstahlschutz-Anlagen waren demgegenüber vergleichsweise unproblematisch.

Zudem ging es dabei auch um die Tatsache, dass gleichzeitig der Hauptbau, der mit dem Neubau verbunden ist, renoviert werden musste. Teilweise waren auf der Baustelle mehrere hundert Handwerker anzutreffen, sagt Charles. Er lobt ausdrücklich die sehr gute und pragmatische Zusammenarbeit mit dem Basler Hochbauamt und den Architekten Christ & Gantenbein.

Probleme beim Messe-Neubau

Grossprojekte sind planerisch komplex und können sich rasch zu Albträumen auswachsen. In Erinnerung ist der Basler Messeneubau, der innerhalb eines Jahres fertiggestellt sein musste. Termin war die Baselworld 2013, deren Beginn am 25. April unverrückbar feststand. Während des Baus kam es wegen Firmen, die Vereinbarungen nicht einhielten uns teilweise Löhne nicht bezahlten, zu einem Arbeitskonflikt. Bei der Renovation des Stadttheaters führten vergangenes Jahr massive Kommunikationsprobleme mit einer Elektroinstallationsfirma zu Verzögerungen. Das machte eine grössere «Feuerwehrübung» der Beteiligten nötig. Auch das Kultkino Atelier im gleichen Gebäude litt mit: Der Umbau war nicht auf den vereinbarten Termin fertig.