Die Rhyschänzli-Gruppe befindet sich im Expansionsrausch. Nachdem das Gastrounternehmen rund um Jérôme Beurret in den vergangenen Jahren in Basel eine Lokalität nach der anderen übernommen hat, liebäugeln die Verantwortlichen nun mit dem Ackermannshof in der St. Johanns-Vorstadt. Dies bestätigte Geschäftsleitungsmitglied Cyrill Lang gegenüber der bz. «Wir stehen in einem regen Austausch mit den Vermietern und sind sehr an dem Lokal interessiert», sagt Lang. Ein konkretes Konzept gäbe es jedoch noch nicht.

Neben dem «Rhyschänzli» gehören unter anderem schon das «Des Arts», das «Klingeli» sowie das «Union» zur Familie. Jetzt könnte auch der Ackermannshof dazukommen.

«Sorgenkind» Ackermannshof

Gastronomisch steht das Gebäude-Ensemble an der St. Johanns-Vorstadt 19 jedoch unter keinem guten Stern. Das Wirtepaar Astrid und Dominic Lambelet hörte 2014 nach nur zweieinhalb Jahren im Ackermannshof auf. Ende November 2016 ging dann der Nachfolger, das indische Restaurant «Jay’s», pleite. Und auch der Wirt Hugo Buser, der mit seiner «Hugo Brasserie» in das Lokal einzog, musste nach weniger als einem Jahr wieder schliessen. Seitdem steht der Ackermannshof, welcher der Stiftung Edith Maryon «zur Förderung sozialer Wohn- und Arbeitsstätten» gehört, leer.

Trotzdem zeigen sich die Rhyschänzli-Verantwortlichen zuversichtlich. Es handle sich grundsätzlich um keinen einfachen Ort. Trotzdem sei die St. Johanns-Vorstadt mit den umliegenden Lokalen eigentlich eine Gastro-Strasse. «Mit einem innovativen Konzept im Gepäck ist das sicherlich ein Ort, wo man etwas Tolles auf die Beine stellen kann», sagt Lang. Der Ackermannshof sei ausserdem ein «ausserordentlich gutes Lokal, welches über eine sehr gute Infrastruktur verfügt», so Lang.

Alter Bekannter

Die Gastronomen betreten mit dem Ackermannshof alles andere als Neuland. In den letzten Monaten wurde das Gebäude, dass von der Rhyschänzli-Gruppe gleich mehrmals sowohl als Pop-up-Restaurant, als auch für verschiedene Firmenanlässe genutzt.

Im Mai vergangenen Jahres testete das «Klingeli-Team» im Ackermannshof die neue Karte. Ebenso wurde das Lokal während der letztjährigen Art Basel unter dem Namen «Heaven Under» zum Restaurant auf Zeit umfunktioniert.

Vieles im Umbruch

In den vergangenen Jahren tat sich einiges bei der Rhyschänzli-Gruppe. Zum rasanten Wachstum und den Veränderungen des Unternehmens sagt Lang: «Wir befinden uns im Moment in einer sehr turbulenten Phase.» Sie würden sich mit den verschiedensten Projekten beschäftigen, von denen jedoch auch einiges noch nicht spruchreif sei, so Lang.

Zum Gerücht, dass die Gruppe die «All Bar One» in der Steinenvorstadt nach nur wenigen Monaten wieder verkaufen wolle, sagen die Verantwortlichen nichts. Im Meret Oppenheim-Hochhaus soll jedoch ein neues Lokal in Rhyschänzli-Hand entstehen. Im Januar sagte Hermès Beurret gegenüber der bz, dass sie daran seien, die Verträge zu finalisieren. Jetzt fügt Lang an, dass das Projekt wohl länger dauern würde, als gedacht.

Auch rund um die Confiserie Beschle tut sich etwas. Im Mai vergangenen Jahres wurde bekannt, dass die Yulia AG die Marke «Beschle» und zwei Standorte der Aktiengesellschaft übernimmt. Wie Jérôme Beurret gegenüber der bz sagt, habe Markus Weisskopf, der mit ihm die Yulia AG gegründet hatte, nun keine Anteile mehr an «Beschle».

Im Zusammenhang mit der «Beschle»-Übernahme kam es zum Verdacht, die Rhyschänzli-Gruppe hätte sich auf ihrem Expansionskurs übernommen. Das dementiert Beurret: «Wir haben uns den Teller nicht zu voll geladen.»