Es soll sich etwas ändern. Oft sind die Gebetsräume verschiedener religiöser Gemeinschaften in Hinterhöfen gelegen. Damit sind sie weder sichtbar noch für die Öffentlichkeit einfach zugänglich. Darauf wird auch im Zuge von Massnahmen im Bereich der Radikalisierungsbekämpfung regelmässig hingewiesen. «Mitglieder der betreffenden Religionsgemeinschaften haben in diesem Zusammenhang oft das Gefühl, wenig akzeptiert zu sein, während gleichzeitig Teile der Bevölkerung in dieser Tatsache eine Gefährdung und mangelnde Transparenz und Offenheit sehen», meint SP-Grossrätin Sibylle Benz.

Tatsächlich aber sei es meist der geringen Finanzkraft von kleinen Religionsgemeinschaften geschuldet, dass ihre Gebetshäuser in Hinterhöfen oder in Industriezonen eingerichtet sind. Andererseits kämen oft auch nur wenige repräsentative Bauten überhaupt infrage, wenn sie als Sakralraum einer «in der Öffentlichkeit wenig akzeptierten Religionsgemeinschaft» dienen, führt Benz aus.

Um die Situation zu verbessern, fordert Benz die Basler Regierung dazu auf zu prüfen, ob ein Haus der Begegnungen sinnvoll wäre. Unterstützt wird die SP-Grossrätin dabei von 16 Parlamentariern – von SP und Grünen bis zur SVP. Benz verweist in ihrem Vorstoss auf das Haus der Religionen in Bern, welches seit 2014 von verschiedenen Religionsgemeinschaften gemeinsam genutzt wird. Das sorge für Offenheit in verschiedene Richtungen, ist Benz überzeugt: Religionsgemeinschaften blieben nicht nur geschlossen in ihrem Kreis. Aufgrund der gemeinsamen Nutzung der Räume müssten sie sich zumindest im Alltag verständigen. Gleichzeitig würden sie so auch den religiösen Alltag anderer Gemeinschaften miterleben. In Basel hingegen fehle ein solch offener Raum, der Begegnungen ermöglicht.

Das Zusammenleben verbessern

Der Forderung ist Teil eines Gesamtpakets von insgesamt acht Vorstössen, mit welchen die SP die Prävention von Radikalisierung und die Integration von Religionsgemeinschaften stärken möchte. «Aus unserer Sicht ist es wichtig, das Zusammenleben der Weltanschauungen zu verbessern und den Dialog zwischen Behörden und Religionsgemeinschaften zu stärken», kommentiert Grossrätin Barbara Heer. So fordert die SP etwa die Einsetzung von interkulturellen Sozialarbeitern oder die Aufstockung der kantonalen Stelle für Religionskoordination.

«Wir möchten zu einer sachlichen und fundierten Politik der kulturellen und religiösen Vielfalt im Kanton beitragen», ergänzt SP-Präsident Pascal Pfister. Der Massnahmenplan der Regierung basiere dagegen vorab auf Repression. Das sei «reine Symptombekämpfung, statt dass die Ursachen angegangen würden». (dba)