Normalerweise wird ein Projekt erst ausgeführt, wenn der Grosse Rat grünes Licht dafür gegeben hat. Nicht so aber im vorliegenden Fall: Die Bauarbeiten des geliebten Spalenbergs laufen bereits seit zehn Tagen auf Hochtouren.

Das Basler Parlament entschied jedoch erst gestern über den Kredit von rund 1,7 Millionen Franken für die Umgestaltung und die Erneuerung der Strassenoberflächen im Gebiet Spalenberg. Grund für die Verspätung waren unter anderem die Sommerferien. «Die begonnenen Bauarbeiten umfassen nur den gebundenen Teil: die Leitungssanierungen», sagte Andreas Albrecht (LDP), Präsident der Bau- und Raumplanungskommission. Über die Leitungssanierungen könne das Parlament nicht entscheiden. Zudem sei die Umgestaltung der Oberflächen erst für Frühling 2011 vorgesehen.

Grosse Mehrheit dafür

Dass die Sanierung des Spalenbergs nötig ist, stritt niemand ab: Die Grossrätinnen und Grossräte bewilligten das von der Regierung vorgeschlagene Projekt mit grossem Mehr bei einer Enthaltung. Die Trottoirs werden demnach abgesenkt und mit Wackensteinen gepflastert – die Fläche zwischen den beiden Trottoirs bleibt schwarz.

Beim Thema Pflasterung schieden sich jedoch die Geister. So wollten die Grünen den Spalenberg vollumfänglich mit Kopfsteinpflaster erneuern, was zwei Millionen mehr gekostet hätte. «Kopfsteinpflaster gehört zu einer Altstadt. Der Vorschlag der Regierung wirkt konzeptlos», kritisierte Thomas Grossenbacher vom Grünen Bündnis. LDP-Grossrätin Patricia von Falkenstein konterte wegen Sicherheitsbedenken: «Es ist unbegreiflich, weshalb die Grünen die ganze Strasse vollpflastern wollen. Es ist wichtig, dass die Fussgänger nicht akrobatische Übungen machen müssen, um den Spalenberg begehen zu können.»

Anwohner Teilpflasterung geeinigt

CVP-Grossrat Oswald Inglin rief das Parlament auf, Rücksicht zu nehmen. Denn die Anwohner hätten sich nach jahrelangen Diskussionen auf eine Teilpflasterung geeinigt, sagte er. Nicht zufrieden mit dem Vorschlag der Regierung zeigte sich auch Heinrich Ueberwasser. Der SVP-Grossrat habe sogar gehört, dass deswegen ein Referendum in der Luft liege.

«Eine Vollpflasterung mit Kopfsteinpflaster ist aus ästhetischen Gründen nicht gut. Der Spalenberg wäre dann eine museumsartige Einkaufslandschaft», betonte Albrecht. Der Antrag der Grünen wurde schliesslich mit 65 gegen 10 Stimmen bei 4 Enthaltungen bachab geschickt.

Für den starken Einbezug der Anwohner und Geschäfte an der Sanierung des Spalenbergs erntete das Baudepartement viel Lob. Dessen Vorsteher, Hans-Peter Wessels, räumte ein: «Die Mitwirkung war so intensiv wie noch nie.» Es sei aber für die Geschäfte und Anwohner auch heftig, dass dort gebaut werde. Viele Gewerbler befürchten nämlich starke Umsatzeinbussen (die Basellandschaftliche Zeitung berichtete).