Beat Trachsler, Präsident der IG Spalenvorstadt, ist müde vom Warten, bis die Restauration des Spalentors endlich beginnt. «Erst hiess es, Start sei im Januar/Februar, dann im April/Mai – geschehen ist nichts», sagt Trachsler. Seither habe man vom Bau- und Verkehrsdepartement gar nichts mehr gehört. Das findet er schade, weil die Spalenvorstadt-Geschäfte Geld lockermachen wollen, um dafür zu sorgen, dass das Spalentor auch nach der Einrüstung sichtbar ist.

Klarheit in den Zeitplan bringt jetzt André Frauchiger, Sprecher des Departements, auf Anfrage des «Sonntags»: «Die Einrüstung des Spalentors beginnt in rund sechs Wochen, voraussichtlich in der Woche vom 9. bis 13. Juli.» Die Restauration für das 650 Jahre alte Spalentor dauert laut Frauchiger bis Ende 2013. Es handle sich um eine tiefgreifende, umfassende Renovation des gesamten Tors, sagt der Departementsprecher. Die Kostenfrage scheint allerdings noch nicht geklärt. Zurzeit würden noch verschiedene Faktoren überprüft, sagt Frauchiger, der nichts Weiteres sagen konnte.

Weil Passanten an Mauer urinieren, muss Stoff flüssigabweisend sein

SP-Regierungsrat Hans Peter Wessels lässt das Projekt im Spalenquartier langsam entwickeln. In der «SpaleZytig» hatte er bereits im November letzten Jahres festgehalten, dass die Spalentor-Erneuerung «ein schönes, weil visibles Projekt» darstelle. Er, ein gebürtiger St. Galler, habe das Tor bereits als «Fünftklässler anlässlich einer Schulreise kennen gelernt». Gemäss der Quartierszeitung soll das Tor wieder so instand gestellt werden, wie es nach der letzten Renovierung im Jahr 1931/32 ausgesehen hat. Es geht vor allem um den Erhalt der Bausubstanz, auch des Holzwerks inklusive des Dachstuhls. In Prüfung ist zudem eine spezielle Behandlung des Sockelbereichs des Tors mit einem flüssigabweisenden Stoff, um die Reinigung zu verbessern. Dies ist nötig, weil Passanten innerhalb dieses Bereichs urinieren.

Von den ursprünglich fünf Grossbasler Stadttoren bestehen nur noch das St. Johanns-Tor, das St. Alban-Tor und eben das Spalentor. Für IG-Spalenvorstadt-Präsident Trachsler ist es undenkbar, dass dieses Basler Wahrzeichen nun für anderthalb Jahre total verhüllt sein soll. Trachsler wie Wessels liebäugeln deshalb mit einem sogenannten Trompe-l’oeil, einem Riesenfoto des Spalentors im Massstab 1:1, das die Gerüste verzieren würde. Mit diesem illusionistischen Abbild wäre das Spalentor auch für Touristen weiterhin sichtbar.

Ein Knackpunkt sind die Kosten für eines solches Trompe-l’oeil. Laut Trachsler handelt es sich einen Betrag von rund 50000 Franken. Die Geschäfte innerhalb der IG Spalenvorstadt seien bereit, über Aktionen die Hälfte dieser Summe zu übernehmen, sagt Trachsler. Im Gespräch sei zum Beispiel eine Erinnerungsmedaille mit dem Bild des Spalentors, die in der Spalen verkauft würde, sagt der IG-Präsident.

Das Baudepartement will die Spalen-Aktion für das Spalentor-Riesenfoto unterstützen. «Aus dem normalen Kredit für die Restauration können wir allerdings kein Trompe-l’oeil finanzieren», sagt Frauchiger. Der Kanton wünsche aber, dass eine solche Lösung möglichst realisiert werden könne. Zurzeit suche man intensiv nach Sponsoren, sagt der Sprecher.