Museumsnacht
Spannende Entdeckungen und genussvolle Momente an der Museumsnacht

An der Museumsnacht gab es wie immer die Qual der Wahl – in diesem Jahr unter dem Motto Tod und Leben.

Patrick Rudin
Merken
Drucken
Teilen
Antikenmuseum, Einblick von aussen
9 Bilder
Kunstmuseum Basel, symbolischer Auszug aus dem Kunstmuseum mit musikalischer Unterhaltung, "Auf Wiedersehen..."
Museumsnacht Basel 2015
Kunstmuseum Basel, Konzert vor dem Eingang
Kunstmuseum Basel, Souvenirs im Museum
Nächtlicher Besuch im Institut für Rechtsmedizin
Nächtlicher Besuch im Institut für Rechtsmedizin
Bei der Basler Papiermühle
Nächtlicher Besuch auf dem Friedhof Hörnli in der Sammlung Hörnli, "Leichenwagen im Wandel der Zeit", Bestattungskultur aus erster Hand

Antikenmuseum, Einblick von aussen

Kenneth Nars

Regnerisch ist die Museumsnacht in diesem Jahr, und das Klima in den Bussen wird schon bald feuchtwarm. Doch der erste Abstecher führt ins Anatomische Museum, wo via Rampe am Hintereingang der kahle und kühle Sektionssaal des Instituts für Rechtsmedizin gleich für einen Kontrast sorgt: Zwei Schragen aus Metall, am Kopfende jeweils ein Abfluss, Texte erklären das Vorgehen bei der Untersuchung sowie der Entnahme von Organen. Auch das Sezierbesteck wird detailliert präsentiert, und die Messerschleifmaschine ist ebenfalls nicht weit. Man ist fast ein wenig froh, dass die Türe zum benachbarten Kühlraum geschlossen bleibt.

Den zahlreichen Grablichtern folgt man hingegen über den dunklen Friedhof am Hörnli, um zur Ausstellung zu gelangen. In der Führung gibt es Anekdoten zu friedhöflichen Giesskannen und nicht verrottenden Särgen zu hören, dazu sind vor dem Gebäude modernste Leichenwagen zu sehen. Schmuckstück der Sammlung ist indes der Basler Leichenwagen von 1868 mitsamt Kutscher und Pferden. Doch düster ist die Stimmung nicht, und spätestens ein Blick auf die antiken Schilder mit Friedhofsordnungen zaubern wieder das Schmunzeln zurück:«Schiefstehende Kreuze und Grabdenkmäler sind so oft wie erforderlich senkrecht zu stellen», heisst es da etwa.

Schrott zur Unterhaltung

Im Tinguely-Museum gäbe es Zirkusakrobatik und Live-Percussion, doch die Besucher sammeln sich auch in den ruhigen Ecken. Ganz unspektakulär erzählen hier Konservatoren, Restauratoren und Kuratoren vom alltäglichen Kampf gegen den Zahn der Zeit: Ursprünglich baute Tinguely seine Maschinen nicht für eine lange Zeitdauer oder gar grosse Ausstellungen – es war lediglich zusammengebauter Schrott zur Unterhaltung. Ersatzteile sucht man sich heute beispielsweise auch bei Ebay in Russland zusammen, und ist froh, dass bei dem «Schrott» sonst keiner mitbietet. «Lassen Sie eine Maschine auch einfach mal kaputtgehen?», fragt ein Besucher. «Nein, wir können nicht einfach die Artefakte einer ehemaligen Maschine zeigen. Da muss Leben drin sein», lautete die Antwort.