Jetzt wird es konkret. Dass die Uni Basel in den kommenden Jahren im Auftrag ihrer Träger Basel-Stadt und Baselland sparen muss, ist bekannt: 44 Millionen Franken bis 2021. Doch erst langsam sickert durch, wie die einzelnen Fakultäten genau betroffen sein werden. Die «Tageswoche» berichtete gestern über die Sparpläne bei Theologie, Jura und Geisteswissenschaften:

Die theologische Fakultät müsse bis 2021 insgesamt 100'000 Franken pro Jahr einsparen. Erreicht werden soll dies durch die Halbierung der Professur für systematische Theologie. Auch werden das Betriebsbudget gekürzt und das Lehrangebot verkleinert. Dazu soll die eigene Bibliothek aufgelöst und in die Universitätsbibliothek integriert werden.

250'000 Franken lautet die Spar-Vorgabe für die juristische Fakultät. Zum Opfer fallen ihr die Tutorate im zweiten und dritten Studienjahr, die zur Vertiefung und zur Klärung offener Fragen der Studierenden gedacht sind. Aufgegeben wird zudem der Plan, eine PostDoc-Stelle für junge Juristen zu schaffen. Gestrichen wird auch eine Assistenzstelle und gewisse Lehraufträge sollen seltener stattfinden.

Da alle Fakultäten rund 2,5 Prozent ihres Budgets kürzen müssen, trifft es die grosse Philosophisch-Historische Fakultät mit 900'000 Franken. Bereits bekannt war, dass die Fächer Vorderasiatische Archäologie und Historisch-vergleichende Sprachwissenschaft komplett gestrichen werden. Schwer wiegt aber auch, dass in der Hispanistik, Germanistik, Medienwissenschaft und Geschichte jeweils eine ordentliche Professur durch eine auf fünf Jahre befristete Assistenzprofessur ersetzt werden soll.

Wird Hispanistik abgeschafft?

Doch wie kommen diese Massnahmen bei den Studierenden an? Die bz sprach mit mehreren betroffenen Fachgruppen: «Wir fragen uns schon, ob das der erste Schritt zur Abschaffung unseres Fachs ist», sagt Lea Helfenstein von der FG Hispanistik. Die Unsicherheit am Seminar und unter den Studierenden sei gross. Und das aus gutem Grund: Bereits seit Februar und der Emeritierung von Beatrice Schmid ist eine der zwei bestehenden Professorenstellen vakant.

Laut Helfenstein werde die Stelle erst ab Februar 2019 wieder besetzt – mit einer Assistenzprofessur. «Die Sparmassnahmen greifen bei uns also schon jetzt», sagt sie. Bereits gäbe es wichtige Lehrveranstaltungen, deren Finanzierung jedes Semester neu verhandelt werden müsse.

Auch Sebastian Siegrist von der FG Medienwissenschaften warnt vor der Herabstufung einer Professur: «Wir haben jetzt schon nur drei Professoren für über 400 Studierende.» Tatsächlich gilt Medienwissenschaften als eines der Fächer mit den meisten Studenten pro Professur. Allerdings: Als 2009 die dritte Professur geschaffen wurde, waren noch 650 Studierende immatrikuliert. Siegrist glaubt, es könnte die Professur von Klaus Neumann-Braun treffen, da er als Nächster emeritiert werde. «Sein Modul Medien, Kommunikation und Gesellschaft ist allerdings besonders beliebt.»

Schriftlich äussert sich die Fachschaft Theologie: «Wir sehen nur Verliererinnen. Einzige Gewinnerin ist die bürgerliche Baselbieter Regierung. Die hochwertige Ausbildung sehen wir durch die Sparmassnahmen in Gefahr.» Verkraftbar sei einzig die Auslagerung der Bibliothek.

Verständnis – kein Abweichen

Die Uni zeigt Verständnis für den Unmut der Studierenden. Sprecher Matthias Geering stellt aber klar, dass einzelne Solidaritätsbekundungen nicht am Fahrplan der Uni zu rütteln vermögen: «Für die Universitätsleitung ändert dies nichts, denn der Sparplan ist ein Gesamtpaket, das erst definitiv geschnürt wird, wenn alle Abklärungen getroffen sind.» Derzeit erarbeitet die Uni zusammen mit den einzelnen Fakultäten eine Strategie, wie sie die Sparvorgaben umsetzen will.

Klar ist: Den Gürtel enger schnallen müssen alle Fakultäten (siehe oben). Die eingangs erwähnten drei Fachbereiche gehören einfach zu jenen, die im Entscheidungsprozess schon weiter fortgeschritten sind. Eine abschliessende Liste mit sämtlichen Sparvorhaben will die Uni gemäss Geering bis Ende Monat vorlegen. Übergeordnete Projekte wie der ausgesetzte Lohnstufenanstieg 2019 sind zwar derzeit nicht geplant. Dennoch sagt Geering: «Den grössten Brocken ersparen wir in den Jahren 2020 und 2021.» Bis dann muss sich die Uni auf dem geforderten Sparniveau befinden – bevor sie neue Spielregeln für die folgende Leistungsperiode aushandeln kann.