Spielgeräte sollen die Basler Innenstadt bereichern: So wollen es der Kanton, die Pro Innerstadt und das Kinderbüro. Das Problem ist altbekannt: Es kann manchmal etwas länger dauern, bis Papi eine Hose gefunden hat, in der er knackig aussieht. Oder Mami auf der Suche nach einem geeigneten Buch für die Ferien fündig geworden ist. Und was tut man als Kind in dieser Zeit? Man langweilt sich. Und/oder macht Unsinn. Die Basler Innenstadt ist für Kinder kein angenehmer Ort. Alle Erwachsenen rennen von A nach B, aber zum Herumtollen ist kein Platz.

Weil gelangweilte Kinder für gestresste Eltern sorgen, ist das eben auch ein negativer Wirtschaftsfaktor. «Es besteht ein Bedürfnis, das wurde immer wieder an uns herangetragen. Man solle etwas schaffen, das die Innenstadt für Kinder attraktiver macht.» Das sagt Mathias F. Böhm, der Geschäftsführer von Pro Innerstadt. Seine Mitglieder haben naturgemäss ein Interesse daran, dass auch Eltern oder Grosseltern mit Kindern im Schlepptau sich möglichst lange und entspannt in der City aufhalten.

Das Bau- und Verkehrsdepartement (BVD) hat nun ein Gesuch zur Nutzung von drei Plätzen ausgeschrieben: Am Claraplatz vor der Kirche, am Anfang der Klybeckstrasse bei der Kaserne und auf dem Rümelinsplatz sollen «Spielgeräte» zu stehen kommen.

BVD-Sprecher Daniel Hofer teilt mit: «Die Idee wurde von Pro Innerstadt an uns herangetragen, gemeinsam mit Pro Innerstadt und dem Basler Kinderbüro haben wir sie weiterentwickelt.» Diese Weiterentwicklung scheint weiter zu gehen, Böhm spricht bereits von vier Standorten.

Die grosse Überraschung

Um was es sich genau handelt, was da aufgestellt werden soll, darum machen sowohl das BVD als auch Pro Innerstadt ein Geheimnis. Es soll «eine Mischung aus Spielgerät, Spielkiste und Sitzbank» werden, orakelt Hofer vom BVD. Und Böhm sagt: «Es wird mehr sein als einfach ‹nur ein Spielgerät›, es soll sich auch ins Stadtbild einfügen.» Wie dieses polyvalente Wunder der Kinderbespassung aussehen wird? Man wird es erst erfahren, wenn die Fliewatüüts aufgestellt werden.

Dagegen ist klar, wer die Zielgruppe ist. «Kinder bis etwa acht Jahre», heisst es aus dem Baudepartement. Doch wer soll die Geräte abends, wenn die Läden schliessen, wegsperren und morgens wieder aufstellen? Daniel Hofer schreibt: «Ein Götti vor Ort z. B. eine Gastronomin oder ein Ladenbesitzer soll täglich das Spielzeug wieder einsammeln und die ‹Spielkiste› verschliessen.»

Böhm, dessen Verein die Suche nach diesen Paten übernehmen soll, ist guter Dinge. «Das hat bei unseren Stühlen gut geklappt, die auch von Ladenbesitzern und Wirten betreut werden.» Er gebe auch schon Ideen: «Wir haben natürlich geschaut, wer wäre geeignt, sodass wir dann auch auf die entsprechenden Leute zugehen können.» Aber er sei noch nicht konkret auf einzelne Kandidaten zugegangen. Zuerst müsse man ganz genau wissen, was da auf die Göttis zukomme. Damit sei man bereits gut gefahren, als es um die Paten für die Stühle ging, die in der Innenstadt stehen.

Hier zieht Böhm eine sehr gute Zwischenbilanz, das System habe sich definitiv bewährt. Und er kündigt gleich noch eine zweite Tranche von rund 100 der Sitzgelegenheiten an. «Wir werden mehr Strassenzüge bestuhlen und auch das Kleinbasel einbeziehen», verspricht Böhm jenen, die beim Einkaufen gerne mal ein Päuschen einlegen möchten. Läuft alles nach Plan, können die müden Erwachsenen ab September vom Pro-Innerstadt-Stuhl aus den Kindern beim Spielen auf den neuen Geräten zusehen.