Wenn die öffentlichen Spitäler von Baselland und Basel-Stadt zusammenspannen, heisst das nicht, dass die Krankenkassenprämien automatisch sinken werden. Denn die Prämien richten sich nach den Kosten in den jeweiligen Regionen. Ob diese Kosten durch eine Spitalfusion massiv geringer ausfallen, ist noch offen.

Der einfache Zugang zu Gesundheitsleistungen kann zwar den Konsum dieser Leistungen tendenziell erhöhen. Aber beim Spital liegen die Dinge gemäss Bundesamt für Gesundheit (BAG) etwas anders. Das BAG ist der Ansicht, dass sich niemand freiwillig in Spitalpflege begibt. Auch wenn sich die Spitallandschaft verändere und sich das Angebot verlagere oder reduziere: Wenn man muss, geht man ins Spital.

Bundesamt entscheidet

Ausserdem betreffen die stationären Spitalkosten nur 25 Prozent der Gesundheitskosten, die ambulanten Spitalkosten machen 15 Prozent aus; 25 Prozent sind Arzt- und 20 Prozent Medikamentenkosten.

Die Hoheit für die Prämienfestsetzung liegt nicht bei den Kantonen, sondern beim BAG. Die Prämien in der Grundversicherung müssen durch das BAG, jene in den Zusatzversicherungen durch die Finanzmarktaufsicht Finma genehmigt werden. «Dazu berechnen die Versicherer jeweils bis Mitte des Vorjahres die Prämien für das Folgejahr und reichen sie den Behörden ein. In der Grundversicherung müssen die eingereichten Prämien in den jeweiligen Prämienregionen kostendeckend sein», sagt eine Sprecherin der Krankenversicherung Sympany. Das BAG überprüft die vom Versicherer geschätzte Kostenentwicklung sowie die Kostenentwicklung pro Kanton. Dazu stützt sich das BAG auf eigene Daten und Berechnungen ab. Die Kantone können zu den Prämien Stellung nehmen. Dabei sind die Unterschiede zwischen den Regionen spürbar. Ein Beispiel: Die Grundversicherung von Sympany kostet (ohne Unfalldeckung, Franchise 300 Franken) in Basel 557 Franken pro Monat, im Unterbaselbiet («Region 1») 501 Franken, im Oberbaselbiet («Region 2») 477 Franken (Quelle: Priminfo.ch).

In Bezug auf die geplante Spitalfusion erhoffe man sich generell eine Kostendämpfung. Aber: Es werde grundsätzlich weiterhin einen Prämienunterschied in den beiden Kantonen geben, sagt die Sympany-Sprecherin. Wo viele Leistungen bezogen werden, sind auch die Prämien höher.