Spontanimpfung in Basel
Gesundheitsdepartement entschuldigt sich: Ansturm beim Walk-in war nicht so hoch wie zunächst vermeldet

Wegen eines Schätzfehlers im Basler Impfzentrum hat das Gesundheitsdepartement falsche Zahlen zum ersten Spontan-Impftag kommuniziert. Kantonsarzt Thomas Steffen zieht dennoch eine positive Bilanz.

Maximilian Karl Fankhauser
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Die Warteschlange beim Walk-In-Nachmittag des Basler Impfzentrums am Mittwoch.

Die Warteschlange beim Walk-In-Nachmittag des Basler Impfzentrums am Mittwoch.

Kenneth Nars (7. Juli 2021)

Der Walk-in-Nachmittag des Impfzentrums Basel-Stadt am Mittwochsei ein voller Erfolg gewesen. Dieses Fazit zogen die Verantwortlichen des Basler Gesundheitsdepartements (GD). Allein in der ersten halben Stunde seien 300 Dosen an spontane Impfwillige verteilt worden, teilte das GD am Mittwochabend mit. 2000 Personen sollen das Angebot insgesamt genutzt haben. Doch ein Augenschein vor Ort zeigte, dass das nicht stimmen konnte. Keine Warteschlange, minutenlange Leerläufe und tröpfchenweises Eintreffen von Impfwilligen. Mehrheitlich waren das solche auf Termin. Auf die Anmerkung der bz, dass die kommunizierte Zahl nicht mit den Beobachtungen übereinstimme, reagierte das GD zunächst nicht. Ein paar Stunden später kam dann die Richtigstellung: Das GD räumte den Fehler ein.

Kantonsarzt Thomas Steffen.

Kantonsarzt Thomas Steffen.

Kenneth Nars (28. April 2021)

«Dieser Schätzfehler, der uns unterlaufen ist, tut uns sehr leid», sagt Kantonsarzt Thomas Steffen. Das GD habe aufgrund mehrerer Medienanfragen eine Schätzzahl der spontan Erschienenen versprochen. Er selbst sei nicht persönlich im Impfzentrum anwesend gewesen und habe deshalb eine Schätzung bei der zuständigen Leitungsperson vor Ort eingefordert. «Uns wurde berichtet, dass der Andrang sehr gross sei. Nach einer Einordnung der Person vor Ort wurden diese Zahlen kommuniziert», so Steffen. Das Problem: Bei der Berechnung seien sämtliche am Tag terminierten Impfungen miteinbezogen worden. «Mitte Nachmittag hätten wir demnach 1300 Dosen an Spontane verimpft, was uns nach Hochrechnung zu 1500 bis 2000 Dosen über den ganzen Nachmittag brachte.»

Die Mitteilung mit der korrigierten Zahl verschickte das GD am Donnerstagmorgen. Sie zeigt ein anderes Bild, als die zuvor kommunizierte Einschätzung. 267 Menschen wurden ohne Termin am Walk-In-Nachmittag geimpft. Für Steffen war die Aktion dennoch ein Erfolg: «Wie ich gestern schon gesagt habe, wäre ich auch mit 200 bis 300 Spontanimpfungen sehr zufrieden gewesen. Die Aktion hat uns aufgezeigt, dass das terminlose Impfen vor allem bei der jüngeren Gesellschaftsgruppe gut ankommt.» Deshalb werde es sicher weitere solche Walk-in-Aktionen geben. Eine Lehre zieht der Kantonsarzt aber dennoch: «Wenn ich beim nächsten Mal solche euphorischen Zahlen sehe, läuten die Alarmglocken bei mir früher.»