Coronavirus

Sportanlässe sind derzeit in beiden Basel kaum möglich - nun fordern die Verbände Lockerungen.

Die IG Sportverbände ist der Meinung, dass Sport im Freien bezüglich Corona anders behandelt werden sollte als Clubs und Bars. (Symbolbild)

Die IG Sportverbände ist der Meinung, dass Sport im Freien bezüglich Corona anders behandelt werden sollte als Clubs und Bars. (Symbolbild)

Sportverbände kritisieren die strengen Coronaregeln beider Basel. Wegen der jüngsten Verschärfungen mussten mehrere Sportanlässe abgesagt werden. Die IG Baselbieter Sportverbände fordert nun von der Regierung Lockerungen.

Für Breitensportanlässe sollen die kürzlich von den Nordwestschweizer Kantonen verschärften Coronamassnahmen wieder rückgängig gemacht werden. Dies fordert die IG der Baselbieter Sportverbände in einem Schreiben an den Regierungsrat. Die IG vertritt die Interessen von 700 Vereinen mit insgesamt 60 000 Sportlern aus 45 Sportarten. Ob Sport Basel, der Zusammenschluss der Stadtbasler Verbände, dieselbe Forderung platziert, konnte gestern nicht in Erfahrung gebracht werden.

Konkret fordert die Baselbieter IG, dass Sportveranstaltungen in der Region wieder gemäss der 300er-Regel stattfinden können, wie sie in der Region ab Mitte Juni für kurze Zeit galt. Demnach sind öffentliche Veranstaltungen bis 1000 Personen erlaubt, wobei bei mehr als 300 Personen eine Unterteilung in Sektoren nötig ist. Nach Superspreader-Fällen in Bars und Clubs haben Basel-Stadt, Baselland, Aargau und Solothurn die Grenze per 9. Juli auf 100 Personen herabgesetzt.

Diese Verschärfung der Coronaregeln bringt die Veranstalter von Sportanlässen in die Bredouille: «Mit maximal 100 Personen können wir im regionalen Fussball nur erschwert einen geordneten Ligabetrieb organisieren», sagt Pascal Buser, Geschäftsführer des Fussballverbands Nordwestschweiz und Präsident der IG Sportverbände. Einzelne Veranstaltungen wurden gar wegen dieser neuen Regeln abgesagt.

Sport im Freien anders regeln als Bars und Clubs

So zum Beispiel der Apfelhauet, ein Reitturnier mit Volksfestcharakter in Wintersingen, der Ende September hätte stattfinden sollen. Zwar gilt die 100er-Regel im Baselbiet vorerst nur bis Ende August. Aus Planungsgründen habe man aber einen Entscheid treffen müssen, sagt OK-Mitglied Daniela Wüthrich. Von der Teilnehmerzahl her könnte der Concours auch mit den aktuellen Massnahmen durchgeführt werden, sagt Daniela Wüthrich. «Allerdings macht mit der 100er-Regel das Führen einer Festwirtschaft keinen Sinn. Das Turnier würde finanziell zum Fiasko.» Wüthrich kann nicht nachvollziehen, weshalb die strengen Regeln auch für Anlässe im Freien mit in der Regel grossen Abständen zwischen den Personen gelten.

Gleicher Meinung ist IG- Sport-Präsident Buser: «Ich bin klar der Meinung, dass Sportanlässe im Freien punkto Corona anders behandelt werden sollten als Bars, Clubs und Anlässe in geschlossenen Räumen.» Aus Busers Sicht macht es für viele Anlässe einen Unterschied, ob nur 100 oder eben 300 Personen zugelassen sind: «2.-Liga-Fussballspiele haben vielerorts eine kleine dreistellige Anzahl Zuschauer. Sie müssen unter geltenden Regeln faktisch unter Ausschluss der Öffentlichkeit durchgeführt werden», sagt Buser. Bei einem Junioren-Fussballturnier liegt alleine die Anzahl Spieler und ihrer Betreuer bei über 100. Solche Anlässe sind also derzeit kaum möglich.

Ärgerlich ist aus Sicht Busers zudem die Tatsache, dass in den beiden Basel nicht die gleichen Fristen angesetzt sind: Im Baselbiet gilt die Verfügung bis Ende August, in Basel-Stadt bis Ende Jahr. Auch wenn eine vorzeitige Auflösung der Frist möglich ist, könnte es trotzdem sein, dass im September oder Oktober in beiden Basel unterschiedliche Regeln gelten: «Das wäre dann wirklich eine schwierige Situation, wenn wir im Baselbiet Fussballligaspiele durchführen könnten und in Basel nicht», sagt Buser und schüttelt den Kopf.

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