Die jüngste Episode der schwierigen Beziehung: Die Bildungs- und Kulturkommission (BKK) des Grossen Rates beantragt zwar Subventionen von 450'000 Franken für das Museum für die Jahre 2013 bis 2015 - sie knüpft das Ja aber an eine Reihe von Auflagen: Gefordert wird etwa eine transparentere Buchhaltung, ein realistischer Finanzplan sowie (bis Ende Juni) ein Sanierungsplan - das Sportmuseum ist chronisch verschuldet. Werden diese Auflagen nicht erfüllt, soll die Regierung die Subventionen streichen, fordert die BKK in ihrem Bericht.

Ein Grund für das Misstrauen dürfte im unkonventionellen Konzept liegen: Das Sportmuseum verfügt nicht wie andere Museen über einen kuratierten Ausstellungsbereich, sondern besteht aus einem frei zugänglichen Depot und einer mobilen Einheit, die landesweit Ausstellungen organisiert. «Das Begehlager ist überspitzt ein Estrich mit mehr oder weniger interessanten Erinnerungsstücken - von einem Museum also weit entfernt», kritisiert GLP-Grossrätin Martina Bernasconi. Zudem sei das Museum in der Region zu wenig sichtbar, findet die Kommissions-Sprecherin. Mit knapp 4000 Besuchern pro Jahr scheine das Begehlager nicht sehr attraktiv.

Zahlen buchhalterisch aufgepeppt

«Zum kulturhistorischen Wert der Sammlung gehen die Meinungen auseinander», analysiert SP-Präsident und BKK-Mitglied Martin Lüchinger. Die Struktur mit dem schwach besuchten Begehlager und dem mobilen Museum sei aus Basler Sicht speziell. Es sei zudem wenig transparent, welche Leistungen in welche Bereiche fliessen. «Das ist problematisch, zumal unter dem Label ‹Sportmuseum Schweiz› mobile Ausstellungen mit eigenständiger Finanzierung durchgeführt werden.»

Ferner kritisiert Lüchinger die Buchhaltung: 2011 sei die Sammlung um 350'000 Franken aufgewertet worden, um die Rechnung ertragsseitig aufzubessern. «Für mich ist das ein Alarmzeichen», sagt der SP-Chef. Die notwendige Liquidität sei damit nicht mehr gegeben. Die BKK sei der Meinung, dass das Museum noch nicht richtig auf die Beine gekommen sei. «Gleichwohl wollen wir - mit den beschlossenen Vorbehalten - dem Museum eine Chance geben», sagt er.

Museumsleiter Gregor Dill freut sich über das Ja der BKK zur Fortführung der Subvention. Wesentliche Kritikpunkte weist er aber zurück: etwa, dass Personalkosten und Leistungen Dritter vermischt würden. Die Jahreszahlen würden von der kantonalen Finanzkontrolle abgenommen; diese habe bisher keine Beanstandungen geäussert.

Die Kritik an den geringen Besucherzahlen lässt Dill nicht gelten: Andere Museen würden ihre Depots erst gar nicht öffnen. Das mobile Museum bringe einigen Mehrwert für die Region: Aktuell führe man im FCB-Museum die Ausstellung «70 Jahre Karli» durch. Zudem kündigt Dill eine Zusammenarbeit mit dem Historischen Museum Basel und dem Museum Amsterdam an: Die Wanderausstellung «Fussball als Religion», die in mehreren europäischen Städten gezeigt wird - natürlich auch in Basel.

«Dürften ruhig etwas stolzer sein»

Die Kritik erklärt sich der Historiker so: Die Sportkultur habe in der BKK keine Lobby; das Sportmuseum sei mit seinem Konzept nicht leicht fassbar. «So sucht die Kommission das Haar in der Suppe.» Unverständlich ist für ihn, dass er von der BKK nicht zu einer Anhörung eingeladen wurde. Martin Rüegg, SP-Landrat und Stiftungsrat des Museums, stärkt Dill den Rücken. «Ich habe grosses Vertrauen in unsere Führungsriege.» Das verbreitete Misstrauen kann er sich nicht erklären. Rüegg fordert aber: «Wir dürften in der Region ruhig etwas stolzer sein auf dieses nationale Museum.»