Der Kanton Basel-Stadt in Gestalt seiner Stadtreinigung trommelt sich in einer Medienmitteilung gehörig auf die Brust: «Neues Verfahren zur Entfernung von Sprayereien bewährt sich», lautet der Titel. Man ziehe eine positive Bilanz der neuen Methode und lobt sie als «einfach». Das stösst dem Malermeisterverband sauer auf: Er will nicht anerkennen, dass es sich hierbei um einen grossen Verdienst des Kantons handeln soll.

Rückblende: Nach rund zwanzig Jahren Zusammenarbeit zwischen dem Malermeisterverband und dem Kanton, einst als Pionierprojekt gefeiert, kündigte der Kanton im Januar an, er werde in Zukunft alleine gegen Sprayereien vorgehen. Respektive das System so ändern, dass er weiterhin Hausbesitzern finanziell hilft, ihre Fassaden zu reinigen, die Hausbesitzer aber die Aufträge frei vergeben können. Also auch an Maler, die nicht dem Basler Malermeisterveband angehören. Das müsse so sein, denn die Praxis der Zusammenarbeit mit dem Basler Verband verstosse gegen die Grundsätze des freien Marktes.

Kurz darauf führte der Malermeisterbverband ein neues System ein, genannt «Spray Out Plus». In diesem bietet der Verband den Hausbesitzern an, für sie den Schaden zu begutachten, eine Offerte zu erstellen und danach einen Fachbetrieb zu empfehlen. Ebenfalls dabei im Service: die Rückerstattungsanträge an den Kanton.

Maler sehen es kritisch

«Der Malermeisterverband Basel-Stadt dankt dem Kanton für das – wenigstens indirekte – Kompliment», sagt Urs Ziörjen, Präsident beim Malermeisterverband, nun zum Communiqué des Kantons. Und erklärt: «Das positive Zwischenfazit ist massgeblich auf das ‹Spray-Out-plus›-Angebot des Malermeisterverbandes zurückzuführen».

Ein Mitglied des Verbandes wählt deutlichere Worte: «Wir machen nun für den Kanton einfach auch die Administrativarbeit und er schmückt sich dann mit den Lorbeeren.» Öffentlich wolle man das aber so nicht sagen, denn der Kanton sei als «Grossgrundbesitzer» auch ein wichtiger Auftraggeber, mit dem man es sich nicht verscherzen wolle.

Bei der Stadtreinigung heisst es auf Anfrage, das Programm des Malermeisterverbandes sei «eine Unterstützung». Allerdings würden die meisten Kunden bald merken, dass das Vorgehen einfach sei und sie würden sich dann doch direkt bei der Stadtreinigung melden. Die Malermeister selbst sprechen von 85 Fällen, also gut der Hälfte aller bezuschussten Reinigungen, in denen sie die Schadensaufnahme übernommen hätten.

Daher nimmt Ziörjen für sich und seine Zunftgenossen in Anspruch: «Das positive Zwischenfazit ist massgeblich auf das ‹Spray-Out-plus›-Angebot des Malermeisterverbandes Basel-Stadt zurückzuführen.»