Es ist das grösste Zirkusfestival der Schweiz: Im Mai findet in Basel zum elften Mal das «Young Stage» statt. Die Verantwortlichen setzen dieses Jahr wieder vermehrt auf Veranstaltungen unter freiem Himmel. Zum ersten Mal nutzen sie dafür den Barfüsserplatz: Dort installieren sie ein riesiges Trapez, an welchem Gäste zusammen mit der spanischen Kompanie Volem Volar ihre Artistikkünste ausprobieren dürfen. «Wir möchten die Zuschauer mit der Faszination der Artistik in Berührung bringen», sagt Festivalleiterin Nadja Hauser. «So können sie für einmal das Adrenalin spüren, das sonst unseren Artisten vorbehalten ist.»

Nebst der Attraktion auf dem Barfüsserplatz finden wie in den vergangenen Jahren auch Open-Air-Einlagen auf dem Messeplatz statt. Dort wird der deutsche Performer Martin Riedel eine Darbietung mit einem Roboter als Bühnenpartner zeigen. Riedel steht laut Hauser für eine neue Generation von Artisten, die sich «auf enorm innovative Art und Weise» mit dem Zirkus auseinandersetzt. «So was hat noch nie jemand vor ihm gemacht. Was er zeigt, ist wahnsinnig cool, neu und spektakulär», freut sich Hauser. Das fröhliche Spektakel auf den Open-Air-Bühnen kontrastiert mit dem kompetitiven Anlass, der im Zirkuszelt auf der Rosentalanlage stattfindet.

Hauptteil des Festivals bleiben nämlich die Wettbewerbshows, für die dieses Jahr rund 600 Bewerbungen aus 61 Ländern eingegangen sind. Eine Jury wählte 14 Formationen aus, drei Artisten stammen aus der Schweiz: Jongleur Mario Muntwyler, Joachim Ciocca am Vertikalseil und Mario Espanol, der fliessend zwischen Tanz und Artistik wechselt. Espanol durfte bereits 2014 am «Young Stage» auftreten und wurde damals als grösstes Nachwuchstalent ausgezeichnet.

Seit der Gründung vor elf Jahren ist das Festival laut Hauser szenenintern zu einer wichtigen Plattform für internationale Engagements geworden: «Zahlreiche Produzenten reisen an, um am Festival Artisten für künftige Shows auszuwählen.» Die Nachwuchstalente dürfen dabei das 27. Lebensjahr nicht überschreiten.

Fünf Minuten für eine Karriere

Für die Beteiligten ist die Teilnahme am Wettbewerb laut Hauser ein wichtiger Schritt in die internationale Karriere. Um zu überzeugen, bleiben nur fünf Minuten: «Häufig haben die Künstler kein Geld und keine Jobs in Aussicht, wenn sie zu uns kommen. Aber sie haben einen Traum, den sie verfolgen. Bei ihrem Auftritt spürt man ihre Leidenschaft und den Willen, diesen Traum zu verwirklichen.» Die meisten der jungen Festivalteilnehmer haben Zirkusschulen in Europa oder Kanada besucht und mit entsprechenden Diplomen abgeschlossen. Sie hoffen nun auf den grossen Durchbruch.

«Young Stage» Vom 10. bis 14. Mai 2019, Rosentalanlage, Messeplatz und Barfüsserplatz. Weitere Infos unter www.young-stage.com