Noch sind vier Wochen Zeit, um die Nummern perfekt einzustudieren. Diese Zeit ist auch nötig. Denn noch sitzt bei den sechs Schauspielerinnen und Schauspielern nicht alles. Das bekannte Fauteuil-Ensemble um Caroline Rasser, Roland Herrmann, Gilles Tschudi, Salomé Jantz, Colette Greder und Peter Richner ist täglich am Proben. Das «Pfyfferli» 2013 verspricht angriffiger und politischer als die Vorgängerausgabe zu werden. «Dafür etwas weniger poetisch», sagt Theaterleiterin Caroline Rasser.

Lewinsky's Bankenkritik

Als kleine Häppchen präsentierte das Team an der Programmvorstellung zwei Nummern. Im Stück «Wirtschaftskund» zeigt Autor Charles Lewinksy seine einmalige Gabe zur satirischen Auseinandersetzung mit aktuellen Wirtschaftsthemen.

Natürlich kommt auch die schlitternde Baselbieter Regierung nicht ungeschoren im «Pfyfferli» davon. Unter dem Motto: «Do jommeret dr Ballmer syt Joore s gliiche Lied...» wird das Baselbieter Lied und die vier Magistraten und die eine Magistratin auf die Schippe genommen. Am Ende geht's, wie könnte es anders sein, um die Kantonsfusion.

Schnitzelbänkler als Autoren

Die Schauspieleinlagen dominieren auch das «Pfyfferli» 2013. Doch Caroline Rasser verrät, dass im Vergleich zum Vorjahr mehr Fasnachtsmusik gespielt wird. «Allgemein legen wir Wert darauf, dass die Fasnacht im Zentrum steht». Auch in Sachen «Schnitzelbangg» sind grosse Lacher vorprogrammiert: «d‘ Striggede», «dr Singvogel», «Peperoni», «Tam Tam», «dr Spitzbueb« und «die Verschiffte» werden abwechselnd das Publikum unterhalten. Vereinzelt walteten die Schnitzelbänkler auch als Autoren für die Schauspielstücke.

S'Ridicule hat für alle was dabei

Ebenfalls am vierten Januar feiert die Vorfasnachtsveranstaltung im Badischen Bahnhof Premiere. «Mit «Räppliräge» soll das Ridicule 2013 für alle und von allem etwas dabei sein», verspricht Theaterleiter und Ridicule-Regisseur Förnbacher.

Er und sein Team legen ein grosses Augenmerk auf die Musik. Bereits zum fünften Mal dabei ist die Tamboure-Gruppe «Pianoforte» unter der Leitung von Nicola Dreier. Die sechs «Pfyfferinne und Pfyffer» kommen wie immer von der UFS Basel. «Wir werden musikalisch nicht nur verrückte und neue Sachen machen, sondern auch traditionelle Märsche spielen», so Förnbacher. Seit Juni seien die Musiker am Üben.

Miville zum Letzten?

Aller Voraussicht nach zum letzten Mal dabei sein wird Alt-Ständerat Carl Miville. Der 92-Jährige habe bereits 30 Verse gedichtet, die von Witz und jugendlicher Frechheit nur so sprühen würden. Wie die Auftritte des immer mehr körperlich beeinträchtigen Miville genau aussehen werden, kann Förnbacher heute noch nicht sagen. «Er hat mir gesagt, dass er zumindest an den ersten drei Vorstellungen dabei sein wird. Wie es dann weitergeht, wissen wir nicht.»

Mit Sicherheit werden aber Mivilles Verse an jeder der 17 Vorstellungen präsent sein. Über den Inhalt der «Rahmestiggli» möchte Förnbacher noch nicht zu viel verraten. «Es werden viele Themen des vergangenen Jahres angesprochen. Ein Hauptsujet wird es aber nicht geben.» Getreu dem Motto «Räppliräge» werde alles ein wenig verstreut sein.

«Heftig und derb»

Von Herzen darf bei der Balkonszene gelacht werden. «Heftig und derb» wird diese laut Förnbacher. Denn auch das soll Platz haben am Ridicule: «Wir machen auch Theater fürs Volk», sagt er. «Wir versuchen dies aber – gerade in der Musik – auf ganz hohem Niveau zu machen.» In diesem Jahr möchte sich Förnbacher und sein Team neu zu erfinden. «Aber nicht total», stellt er gleich klar. Die Leute sollen sich hier immer noch zu Hause fühlen.»