Muttenzerkurve
St. Jakob-Park: Bei nationalen Spielen bleiben die Stehplätze

In der Muttenzerkurve wurde diese Woche eine neue Sitzkonstruktion installiert. In der kommenden Saison können die Sitze bei internationalen Spielen einfacher ein- und danach wieder ausgebaut werden.

Nadine Böni
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1140 Platten wurden in den vergangenen Tagen montiert. zvg

1140 Platten wurden in den vergangenen Tagen montiert. zvg

Sie sind für viele treue Fans eine Art Heiligtum und für die allermeisten zumindest ein grosser Wunsch: Stehplätze in der Fankurve. In Basel wird der Wunsch in der nächsten Saison Realität. Der FC Basel hat zusammen mit der Stadionbetreiberin Basel United die Sommerpause genutzt und im Sektor D des St. Jakob-Parks eine neue Sitzkonstruktion installiert.

Geringerer Aufwand bei Einbau

Basel-United-Mitarbeiter haben zwischen der Senftube und dem Marathontor 1140 Metall-Platten montiert, in denen die Sitze künftig einfach befestigt werden können. «Mit dem neuen System lassen sich die Sitze mit einem geringeren Zeit- und Kostenaufwand ein- respektive ausbauen», sagt Andrea Roth, Pressesprecherin von Basel United.

Das kommt dem FC Basel vor allem bei internationalen Spielen in der Champions League oder der Europa League entgegen. Die Uefa hat in ihrem Stadioninfrastruktur-Reglement festgeschrieben, dass die Stadien bei internationalen Wettbewerben komplett mit Sitzplätzen ausgerüstet sein müssen. Somit blieb die Muttenzerkurve bis anhin eine Sitzkurve, solange der FC Basel international engagiert war. So auch in der vergangenen Saison, als die blauen Sitze erst nach dem Aus in der Champions League gegen Bayern abmontiert wurden. Genutzt wurden die Sitzgelegenheiten von den Fans allerdings höchstens in der Halbzeit: Die Fans unterstützten ihre Mannschaft stehend, während die Sitze eher im Weg waren.

Fans waren ins Projekt involviert

«Für die Fans der Muttenzerkurve ist eine Stehkurve viel attraktiver. Deshalb wurde nach einer Lösung gesucht», sagt Roth. In das Projekt waren neben dem Klub und Basel United auch Fans involviert. «Die technische Erleichterung entstand auf Initiative des FCB, die ganze Systemauswahl auch – und der FCB bezahlt den Umbau auch zu 100 Prozent», sagt FCB-Sprecher Josef Zindel. Der Klub habe sich schon vor längerer Zeit zu den Stehplätzen als Teil der Fankultur bekannt, wo es die Reglemente zulassen.

Mit der neuen Konstruktion verschwinden die blauen Sitze aus der Kurve künftig noch öfter in ihrem Lager unter den Tribünen im Sektor C und G. Laut Basel United werden sämtliche Spiele der Super League mit Stehplätzen in der Kurve stattfinden. Ein erstes Mal zum Einsatz kommen die Sitze wieder am 24. Juli, wenn der FCB gegen den estnischen Meister Flora Tallinn um die Qualifikation zur Champions League spielt.