Fall Danojla Brandt

Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen gegen Chefmediziner ein

Die ehemals Medikamentenabhängige Danojla Brand gab acht Ärzten die Schuld an ihrer Sucht.

Die ehemals Medikamentenabhängige Danojla Brand gab acht Ärzten die Schuld an ihrer Sucht.

Die Staatsanwaltschaft Baselland hat die Ermittlungen gegen insgesamt acht Personen eingestellt. Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, sei keiner der Straftatbestände erfüllt, die ihnen eine ehemals Medikamentenabhängige vorgeworfen hatte.

Die 36-jährige Reinacherin Danojla Brandt war ab 2005 wegen starker Rückenschmerzen in Opiatebehandlung; sie gibt insgesamt acht Personen im kantonalen Gesundheitsdienst, unter anderem Kantonsarzt Dominik Schorr, Kantonsapotheker Hans-Martin Grünig sowie Claudine Aeschbach, Leitende Ärztin der Ambulatorien für Abhängigkeitserkrankungen, die Schuld an der sich entwickelten Abhängigkeit, die sie bis 2011 zum «Junkie» werden liess.

Ausserdem seien Behandlungsprotokolle nachträglich verändert worden.Die Beschuldigungen Brands richteten sich auch gegen den zwischenzeitlich verstorbenen Gesundheitsdirektor Peter Zwick, der seine Aufsichtspflicht verletzt habe.

Die Staatsanwaltschaft teilt nun mit, dass alle Tatvorwürfe «umfassend auf ihre strafrechtliche Relevanz hin geprüft» wurden, sie jedoch «in keiner Weise erfüllt» seien: «Die von der Anzeigeerstatterin teilweise auch öffentlich in Medien und Blogs geäusserten Vorwürfe zulasten der betroffenen Personen treffen nicht zu.»

Auf Nachfrage will Thomas Lyssy, Sprecher der Staatsanwaltschaft, nichts zum Inhalt der Ermittlungen sagen und schliesst dies auch für die Zukunft aus. Die Staatsanwaltschaft habe sich in dieser Sache überhaupt nur an die Öffentlichkeit gewandt, «um die zu Unrecht Beschuldigten zu rehabilitieren».

«Der grösste Justizskandal»

Für Brandt selbst ist der Entscheid der Staatsanwaltschaft «der grösste Justizskandal». Die Einstellung der Ermittlungen ist aus ihrer Sicht klar politisch motiviert; die Beschwerde beim Kantonsgericht habe sie bereits eingereicht. Brand gab im Gespräch mit der bz bekannt, dass sie bereits im April die Einsetzung eines Ausserordentlichen Staatsanwaltes gefordert habe. Der Ersten Staatsanwältin Angela Weirich warf sie demnach vor, die Ermittlungen absichtlich zu verschleppen, was diese wiederum vehement bestreitet, wie Dokumente belegen, die der bz vorliegen.

Ausserdem, so Brandt, sei sie von einem Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft «massiv bedroht» worden. Dazu besitze sie Beweise, die sie in Kürze auf Youtube veröffentlichen werde.

Vor zwei Wochen traf sich Brand mit Justizdirektor Isaac Reber und dessen Generalsekretär Stephan Mathis persönlich zum Gespräch. Weder Reber noch Mathis äusserten sich bis gestern Abend auf Anfrage der bz zu diesem Fall.

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