Kurz vor Weihnachten hat Elisabeth Ackermann die Museumsstrategie präsentiert. Diese zeigt auf, mit welchen Baustellen das Präsidialdepartement in den nächsten Jahren rechnet.

Schritt eins ist klar: Das Naturhistorische Museum und das Staatsarchiv sollen in einen Neubau beim Bahnhof St. Johann umziehen. Das 190-Millionen-Projekt soll in vier bis fünf Jahren eröffnet werden.

Bei Schritt zwei wird es schon komplizierter: Der Berri-Bau, seit Jahrzehnten das Heim von Mammut, Dinosaurier und Neandertalern, soll mehrere Jahre lang saniert und danach wieder als Museum genutzt werden. Wofür ist allerdings noch unklar: Zügelt wie ursprünglich geplant das Antikenmuseum oder doch das Historische Museum an die Augustinergasse? Das wird derzeit abgeklärt.

Schritt drei war bisher – erstaunlicherweise – kaum ein Thema. Was soll mit den frei werdenden Räumlichkeiten des Staatsarchivs passieren? In der Museumsstrategie wird diese Frage erstaunlicherweise weder gestellt noch beantwortet. Klar ist: Die sanierungsbedürftigen historischen Gebäude eignen sich trotz ihrer exklusiven Lage auf dem Münsterhügel nur bedingt zur Vermietung an Private, nicht zuletzt wegen des Denkmalschutzes. Was ausserdem kaum bekannt ist: Postalisch an der Martinsgasse 2 angesiedelt, wurde das Staatsarchiv 1898/1899 als Erweiterung des Basler Rathauses erstellt. Die beiden Gebäude sind unterirdisch miteinander verbunden.

Entsprechend würden sich die Räumlichkeiten als Arbeitsplätze für die Verwaltung anbieten. Tatsächlich prüft derzeit das Präsidialdepartement einen Zusammenzug seiner Fachstellen. Aktuell arbeitet nur ein Teil des Departements im Rathaus selber, darunter Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann (Grüne). Die Abteilungen Kultur, die Kantons- und Stadtentwicklung oder das Standortmarketing sind jedoch auf der gegenüberliegenden Seite des Marktplatzes untergebracht. Rolf Borner, Geschäftsleiter von Immobilien Basel-Stadt, bestätigt: «Der Umzug von Teilen des Präsidialdepartements ist eine Möglichkeit, die geprüft wird.»

Eine halbe Million Miete

Immobilien Basel-Stadt hatte diese Variante bereits vor fünf Jahren ins Spiel gebracht, als es um den Projektierungskredit für den Neubau ging. Die Räumlichkeiten des Staatsarchivs würden Platz für rund 70 Arbeitsplätze bieten, was für den Zusammenzug des Präsidialdepartements reiche. Dazu kommt: Die interne Miete für die Martinsgasse beträgt 547 000 Franken pro Jahr – praktisch gleich viel, wie das Präsidialdepartement heute für die Aussellenstellen bezahlt

Offenbar ist seither nicht mehr viel passiert. Denn Ackermann bestätigt auf Nachfrage der bz lediglich, dass man sich einen Umzug überlege, «nicht weil wir mehr Raum brauchen, sondern weil wir nicht alles im Rathaus haben.» Die Ideen seien aber noch nicht spruchreif, so Ackermann. Sicher ist bisher nur: Die Räumlichkeiten im Staatsarchiv sollen nicht museal genutzt werden. Genauere Antworten will das Präsidialdepartement liefern, wenn die Vorlage für den Neubau vorgelegt wird.