Vorsicht

Stadt-Biber leben gefährlich

..

Die Jungen der Basler Biberfamilien müssen ihr Nest verlassen. Die Suche nach neuem Lebensraum ist lebensgefährlich.

Rehe, Wildschweine, Dachse, Füchse, Feldhasen und Amphibien – sie alle leben in Stadtnähe, überqueren derzeit manchmal die Strassen und riskieren dabei ihr Leben. Jetzt kommt noch der Biber dazu. Bis zu zehn Jungtiere müssen ihr Nest verlassen und wandern durch beide Kantone auf der Suche nach einem neuen Lebensraum.

Auch wenn die Familien mehrheitlich in Baselland angesiedelt sind, betrifft dieser Umstand auch Basel-Stadt. Denn die Wanderroute führe durch die Stadt, sagt Astrid Schönenberger, Leiterin der Biberfachstelle Baselland. «Schon ein paar Mal wurden Biber mitten in der Stadt gesichtet», ergänzt sie. Nämlich seit vor einem Jahr das Nagetier von Grenzach durch die Wiese wanderte. Dass sich Biber aber in der Stadt niederlassen, hält sie für unmöglich. Demnach muss Basel nicht mit einem Damm neben der Mittleren Brücke rechnen. «Dafür gibt es nicht genügend Futteranlaufstellen», so Schönenberger. Die Biber-Reviere aus Reinach und Birsfelden liegen Basel am nächsten.

Biber-Junge wurden überfahren

Vor allem sind die Hauptverkehrsachsen nahe den Biberrevieren betroffen. Dass die Tiere dort die Strassen überquerten, sei ziemlich wahrscheinlich. In Liestal und Lausen hausen Biberfamilien, von beiden wurde jeweils ein Jungtier überfahren. Deshalb montierten beide Gemeinden Zäune neben den Strassen, um die Tiere an der Überquerung zu hindern.

Die Biberfachstelle Baselland will auf die Biberwanderung aufmerksam machen. «Während der Nacht ist eine höhere Aufmerksamkeit ganz wichtig», betont Schönenberger. Biber bewegen sich an Land sehr langsam: «Vier Kilometer pro Stunde schafft er schon, wenn er Gas gibt», sagt sie. Das verschärft die Lage zusätzlich. Falls es dennoch zu einer Kollision kommt oder ein Biber gesichtet wird, sollte die Biberfachstelle oder das Amt für Wald beider Basel kontaktiert werden. Seit dem Jahr 2000 hat sich die Biber-Population in der ganzen Schweiz positiv entwickelt. Das freut einerseits alle Biberfreunde, aber andererseits birgt diese Tierart ein gewisses Schadenpotenzial.

Die rege Bau- und Nage-Aktivität des Bibers kann zu gefällten Bäumen in Uferwäldern oder Obstgärten, unterhöhlten Wegen, Dämmen und Böschungen oder zu überschwemmten Ländereien führen. In der Region Basel seien die Schäden minim, versichert Astrid Schönenberger. «Die Grün 80 könnte allenfalls eine Problemzone werden aufgrund der wertvollen Bäume, die dort stehen», fügt sie an.

Ansonsten würden die Nager bloss angeknabberte Bäume hinterlassen. «Deshalb bedarf es momentan auch noch keiner offiziellen Biberfachstelle Basel-Stadt.» Erst wenn die Schäden stark zunähmen und die Population noch viel stärker zulege, würde eine städtische Fachstelle Sinn machen. «Für die Biber gibt es noch viel Lebensraum in beiden Basel», meint Schönenberger.

Bibersichtungen melden an: Biberfachstelle Baselland (061 923 86 50) oder Amt für Wald beider Basel (061 552 56 59)

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1