Basel
Stadt-Casino: Regierung will sich an Teilsanierung für 20 Millionen beteiligen

Im Seilziehen um die Zukunft des Stadt-Casinos Basel zeichnet sich eine Lösung ab: Die Basler Regierung gab bekannt, dass sie sich an einer Teilsanierung des Stadt-Casinos beteiligen wolle. Die Casino-Gesellschaft begrüsste diesen Entscheid.

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Archiv NIZ

Für den Regierungsrat steht der Musiksaal im Zentrum der von ihm angestrebten Teilsanierung des Stadt-Casinos, die auch dringende haustechnische Massnahmen umfasst. Als Besitzerin der Liegenschaft müsse sich die Casino-Gesellschaft dabei zu einem Drittel an den Sanierungskosten beteiligen, hält die Exekutive in einer Mitteilung fest.

«Neue Ausgangslage»

Für die Casino-Gesellschaft, die bisher auf einem Umbau des Stadt- Casinos für rund 70 Mio. Fr. mit hälftiger Beteiligung des Kantons beharrte, ist dadurch eine «neue Ausgangslage» entstanden. Diese solle nun geprüft werden, teilte die Gesellschaft kurz nach Veröffentlichung der Regierungsmitteilung fest.

Positiv vermerkt die Casino-Gesellschaft namentlich, dass die Regierung den «dringenden Sanierungsbedarf» erkannte habe und sich zu zwei Dritteln an einer Teilsanierung beteiligen wolle. Eine solche solle nun wie vom Kanton verlangt ausgearbeitet werden. Überdies werde ein Finanzplan erstellt, teilte die Gesellschaft mit.

Eine Sanierung anstelle des Umbaus hatte die Casino-Gesellschaft bereits früher geprüft. Ende Mai waren die Kosten dafür auf 46,5 Mio. Fr. geschätzt worden. Die Casino-Gesellschaft favorisierte darauf weiterhin das Umbau-Projekt «Stadt-Casino 2015» und wollte für den Fall einer Sanierung die Kosten dem Kanton überwälzen.

Nur noch 20 Millionen

Nach Auskunft von Regierungspräsident Guy Morin rechnet man nun für die Teilsanierung mit Gesamtkosten in der Grössenordnung von 20 Mio. Franken. Gemacht werden soll im Zusammenhang mit dem Musiksaal nur das, was wirklich nötig sei und sich über 15 Jahre abschreiben lasse.

Die Casino-Gesellschaft muss nun laut ihrem Präsidenten Christoph Gloor prüfen, wie sie ihren Kostenanteil aufbringen kann. Rechtfertigen lässt sich die Beteiligung an der Teilsanierung für die Gesellschaft allerdings nur, wenn der heutige Standort am Steinenberg beibehalten wird, wie Gloor sagte.

Für die Regierung ist dieser Standort indes nicht in Stein gemeisselt. Sie will sich die mittelfristige Option eines Neubaus am bestehenden oder einem neuen Ort offen halten. Bis Ende 2011 will die Exekutive gemäss der Mitteilung einen Grundsatzentscheid zum Standort des künftigen Konzerthauses fällen.

Das von der Casino-Gesellschaft bisher bevorzugte Umbauprojekt war entstanden, nachdem ein Neubauvorhaben der Stararchitektin Zaha Hadid 2007 an der Urne gescheitert war. Die Regierung war jedoch vorab wegen dem bis 2027 verlängerten Pachtvertrag mit der Gastrag AG gegen den Umbau.