Coronavirus

Stadt und Land im Gleichschritt: Beide Basel verschärfen die Massnahmen

Grossveranstaltungen mit mehr als 1000 Personen wird es in Basel dieses Jahr nicht mehr geben (im Bild das Musical Theater).

Grossveranstaltungen mit mehr als 1000 Personen wird es in Basel dieses Jahr nicht mehr geben (im Bild das Musical Theater).

Basel-Stadt und Baselland verschärfen die kantonalen Massnahmen gegen das Coronavirus im Gleichschritt.

Noch vor einer Woche berief der Baselbieter Gesundheitsdirektor Thomas Weber angesichts der steigenden Corona-Infektionen eine Pressekonferenz ein, nur um mitzuteilen, dass man vorerst am bisherigen Massnahmepaket festhalten werde. Stattdessen versuchte man es mit einem offenen Brief an die Bevölkerung. Doch nachdem der Bund am Wochenende mit der Verschärfung der Maskenpflicht vorgelegt hatte, koordinierten die Kantone Baselland und Basel-Stadt ihre Massnahmen im Kampf gegen das Virus. Die regionalen Unterschiede sind mittlerweile Vergangenheit.

Am meisten zu reden geben wird dabei sicherlich die Wiedereinführung der 1'000-Grenze bei Grossveranstaltungen. Diese soll sicher bis Ende Jahr gelten. Prominentester Betroffener ist der FC Basel. Ausserdem kann die GV des Clubs nicht wie geplant in der St. Jakobshalle durchgeführt werden. Neben dem FCB muss auch der Auftritt der deutschen Komödiantin Caroline Kebekus im Musical Theater verschoben werden.

Ansteigen der Fallzahlen erhöht das Risiko

Die Obergrenze von 1’000 Personen für Grossveranstaltungen war erst auf Anfang Oktober aufgehoben worden, nachdem der Bundesrat den Kantonen grünes Licht gegeben hatte. Gegen Luzern wären im Joggeli 17’050 Zuschauer erlaubt gewesen, gekommen sind 9‘257. Die «Lex FCB» des Basler Gesundheitsdirektors Lukas Engelberger (CVP) hatte für harsche Kritik gesorgt. «Die Kantone mussten die Bewilligungen für Grossveranstaltungen erteilen, nachdem der Bundesrat Anfang September entschied, diese grundsätzlich wieder zuzulassen», sagt der Basler Kantonsarzt Thomas Steffen.

Vorbehalten blieb die epidemiologische Entwicklung. Auf diesen Vorbehalt müsse man nun zurückkommen, weil sich die Lage sehr rasch verschlechtert hat. Rückblickend wäre es besser gewesen, an der 1‘000er-Grenze festzuhalten. «Wir haben uns damals auch entsprechend geäussert», sagt Steffen.

Stark belastetes Contact Tracing

Als Grund für die Wiedereinführung nennt der Kantonsarzt mehrere Faktoren: «Mit dem Ansteigen der Fallzahlen erhöht sich das Risiko eines Superspreader-Anlasses mit weitreichenden Folgen.» Es gelte nun, bestehende Interventionssysteme wie das Contact Tracing und die Gesundheitsversorgung, insbesondere in den Spitälern, zu schützen.

Auch im Kanton Basel-Stadt sei das Contact Tracing mittlerweile sehr belastet, der kantonsärztliche Dienst könne das Nachverfolgen der Infektionsketten jedoch nach wie vor leisten. Mit dem neuen Verbot des Bundesrats von Menschenansammlungen im öffentlichen Raum mit mehr als 15 Personen seien auch Grossveranstaltungen kaum mehr machbar.

«Die Schutzkonzepte in den Stadien sind gut und wirken, die Schwierigkeit ist aber, was vor und nach den Spielen ausserhalb der Stadien oder Veranstaltungslokale passiert», sagt Steffen. Vorerst nicht betroffen ist der Basler Weihnachtsmarkt. Märkte würden nicht als Veranstaltungen gelten, weshalb dieser Anlass nicht abgesagt werden müsse, so das Gesundheitsdepartement.

Baselland zieht mit der Stadt gleich

Während die Obergrenze in Basel-Stadt die einzige neue Massnahme ist, führt das Baselbiet eine ganze Reihe ein, die in der Stadt grossenteils bereits in Kraft sind. So etwa die Beschränkung für Gastwirtschaftsbetrieben auf 100 Personen (mit räumlich getrennten Bereichen maximal 300) inklusive der Verpflichtung, die Kontaktdaten zu erheben.

Zudem wurde im Baselbiet der Krisenstab reaktiviert. Dieser übernimmt wieder die operative Koordination zur Bewältigung der Coronakrise. In Basel-Stadt ist der Krisenstab anders organisiert. Dort ist er seit Beginn der Krise durchgehend im Einsatz – aktuell trifft er sich einmal pro Woche.
Während Basel-Stadt und Baselland nun praktisch auf die gleichen Massnahmen setzen, gibt es erhebliche Unterschiede zu den Nachbarkantonen Aargau und Solothurn.

So gilt in Clubs und Bars eine Obergrenze von 50 Personen, also halb so viele wie in den beiden Basel. Ausserdem führt Solothurn eine Sperrstunde in Bar- und Clubbetrieben ab 1 Uhr morgens ein. Dafür sehen Aargau und Solothurn noch von der Wiedereinführung der 1‘000er-Grenze bei Grossveranstaltungen ab.

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