Auf den Tag genau sechs Jahre nach dem Nein des Basler Stimmvolks zum Neubau des Stadtcasinos durch Zaha Hadid präsentierten die Verantwortlichen der Casino-Gesellschaft heute Morgen ihre Pläne für eine Erweiterung und Erneuerung der Musiksäle und Foyer-Räumlichkeiten.

Richten sollen es Herzog & de Meuron: Die heimischen Stararchitekten wollen gemäss der präsentierten Potenzialstudie die Architektur des 1876 erbauten Musiksaals aufnehmen und gegen die Barfüsserkirche hin einen einheitlichen, klassizistisch wirkenden Baukörper schaffen.

Die 1938 angelegten rückseitigen Anbauten - Jacques Herzog sprach bei der Präsentation heute Morgen von «Hinterhof-Ambiente» - werden entfernt. «Es wäre nicht richtig gewesen, nach dem Volks-Nein zum Hadid-Bau besserwisserisch wiederum ein Neubau-Projekt vorzulegen», erklärte Herzog, weshalb das ansonsten auf eine moderne Architektursprache spezialisierte Duo hier auf einen spektakulären Wurf verzichtet hat.

Musiksäle von Vorderbau abgetrennt

Mit dem Umbau wird sich die räumliche Nutzung rund um den Barfüsserplatz verändern: So wird der Eingang zum Musiksaal vom Steinenberg an den Barfüsserplatz verlegt. Zudem wird werden Musiksaal und der Stadtcasino-Bau von 1938, wo heute unter anderen das Restaurant Papa Joe's untergebracht ist, voneinander abgetrennt. Den Konzertbesuchern und Passanten wird es somit künftig möglich sein, vom Steinenberg via eine sieben Meter breite Gasse zum Eingang des Musiksaals oder zur Barfüsserkirche zu gelangen.

Die Umgestaltung wird laut einer Grobschätzung auf 77,5 Millionen Franken veranschlagt. Die Basler Regierung ist bereit, sich mit 49 Prozent an den Kosten zu beteiligen. Die restlichen 51 Prozent - laut Kostenschätzung also rund 39,5 Millionen Franken - müsste demnach die Casino-Gesellschaft tragen. Die Gesellschaft wird zur Finanzierung Rückstellungen auflösen und neue Hypotheken aufnehmen können. Gleichwohl müssten laut Präsident Christoph B. Gloor rund 30 Millionen Franken via private Spenden auftreiben.

«Gordischer Knoten ist gelöst»

Bei der Casino-Gesellschaft ist man erleichtert über die vorgelegte Lösung: «Das Musikzentrum von Basel bleibt dort, wo es hin gehört: nämlich ins Stadtzentrum», sagt Gloor. Zudem können der akkustisch wertvolle Musiksaal sowie der kleinere Hans-Huber-Saal erhalten und renoviert sowie gleichzeitig die Foyerbereiche erweitert werden.

Gloor sprach nach dem jahrelangen Hin und Her um die dringend nötige Sanierung vom «gordischen Knoten, der mit dem Projekt endlich gelöst wird.» Läuft alles nach Plan, kann das erneuerte Casino bereits Ende 2017 in Betrieb genommen werden.