Stadtentwicklung
Neues Klybeck-Quartier: «Transformation ohne Jugendliche ist unvorstellbar»

Die grossen neuen Quartiere der Stadt Basel würden ohne jungen Menschen geplant, lautet der Vorwurf. Die Grundeigentümer des Klybeck-Areal widersprechen.

Patrick Marcolli
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Zukunftsmusik: Der neue Stadtteil im Klybeck am Kleinbasler Rheinufer (Hintergrund, in Weiss).

Zukunftsmusik: Der neue Stadtteil im Klybeck am Kleinbasler Rheinufer (Hintergrund, in Weiss).

Bild: zVg

Werden die Jugendlichen bei der Planung der Transformationsareale in Basel zu wenig miteinbezogen? Diesen Vorwurf äussert Antoinette Voellmy, langjähriges Mitglied der Begleitgruppe für das Erlenmatt-Quartier, in einem gestern in dieser Zeitung veröffentlichten Leserbrief. Als Beispiel nennt sie das gescheiterte «Stadtterminal» auf der Erlenmatt, an dessen Stelle nun Wohnungen entstehen sollen. Voellmy schreibt: «Auch in den Plänen für das Klybeckplus-Areal kommen übrigens Jugendliche nicht vor.»

Erhebliche Unterschiede

Mit dieser Kritik konfrontiert, reagieren nun die beiden Grundeigentümer des ehemaligen Werkgeländes von Novartis und BASF im Kleinbasel, die Swiss Life sowie die Rhystadt AG. Beide betonen, wie grundsätzlich wichtig der Einbezug von Jugendlichen in die Planung dieses neuen Stadtteils sei. Das Bedürfnis nach Flächen für junge Menschen sei gross und «stellt bei der weiteren Vertiefung des städtebaulichen Leitbilds ein wichtiges Thema für die Planungspartner dar», sagt Andreas Schwald von der PR-Agentur Farner im Namen der Rhystadt AG. Florian Zingg, der Sprecher der Swisslife, betont gar: «Eine urbane Transformation ohne Jugendliche ist nicht vorstellbar.»

Gerade bei der Frage nach möglichen Zwischennutzungen ergeben sich jedoch erhebliche Unterschiede zwischen den beiden Grundeigentümern: Die Rhystadt AG verweist zuerst auf bereits existierende Räume für Jugendliche, die in unmittelbarer Umgebung des Areals liegen: Auf die Dreirosenanlage sowie die Trendsporthalle auf dem zwischengenutzten Gelände der Klybeckinsel.

«Ähnliche Projekte zur Zwischennutzung sind auf unserem Areal zurzeit nicht möglich, da das Werksgelände aus Sicherheitsgründen nach wie vor für die breite Öffentlichkeit geschlossen ist»,

sagt Andreas Schwald.

Die Swiss Life verfügt offensichtlich über die grösseren Möglichkeiten. Rund um die aktuellen Zwischennutzungen «Humbug» und «Padel Court» fänden Jugendliche verschiedene Angebote vor. «Zudem wird die Swiss Life nächstens ein weiteres Gebäude für Zwischennutzungen flott machen und das bisher geschlossene Areal weiter öffnen», sagt Florian Zingg.

Beteiligung am neuen, zentralen Platz

Im Zentrum des künftigen Quartiers und der aktuellen Planungen liegt der Klybeckplatz an der Verzweigung Klybeck- und Mauerstrasse. Ende August startet dort laut den Grundeigentümern ein Partizipationsverfahren. Ad hoc-Gruppen, bestehende Organisationen und auch Einzelpersonen können dort eigene Ideen realisieren.

«Sie erhalten die Chance, den Platz zu erproben, ihn miteinzurichten und ihn zu ihrem Klybeckplatz zu machen»,

sagt Zingg. «Hier stehen Jugendliche als kreative Macher mit im Fokus als Zielgruppe.»