Dreirosenanlage

Stadtgärtnerei schiesst Eigentor – neue Fussballtore können nicht genutzt werden

Marc Moresi sollte die 200-Kilo-Tore täglich transportieren.

Marc Moresi sollte die 200-Kilo-Tore täglich transportieren.

Die neuen Fussball-Tore auf der Dreirosenanlage sind weggeschlossen, weil sie zu schwer sind. Sie wiegen 200 Kilogramm und müssten jeden Abend weggestellt werden.

Ein Basler Vater will mit seinen fussball-begeisterten Söhnen in den Ferien ein bisschen Sport machen. Er peilt den Sportplatz auf der Dreirosenanlage an, frisch renoviert und mit neuen Fussball-Toren ausgestattet. Doch die Tore stehen abgeschlossen neben dem Platz.

Zwei weitere Male versuchen sie es, doch die Tore sind stets weggesperrt. Am vergangenen Donnerstag wendet der Vater sich an Marc Moresi von der Freizeithalle Dreirosen, der ihn aufklärt: Gemäss einer Abmachung mit den Anwohnern müssten die Tore jeden Abend weggeräumt werden, die Anschaffung der Stadtgärtnerei sei aber zu schwer zum Transportieren. Die einzige Lösung im Moment: Die Tore bleiben seit zwei Wochen neben dem Platz stehen.

«Es wurde erst gerade alles neu gemacht hier, und jetzt kann man den Sportplatz nicht einmal nutzen», ärgert sich der Vater. Er ist nicht der erste, der sich bei Moresi erkundigt. Dieser bedauert, dass es so weit kommen musste, dass nun die Kinder den Platz nicht mehr nutzen können.

Transport wäre zu gefährlich

«Auf dem Areal treffen aber verschiedene Interessen aufeinander», erklärt er gegenüber der bz. Sportler, Freizeithalle, Stadtgärtnerei und Nachbarn müssen alle miteinbezogen werden. Die Abmachung mit den Anwohnern beinhaltet, dass die Fussball-Tore über Nacht demontiert werden, um Lärm zu vermeiden. Diese Aufgabe übernimmt normalerweise das Team der Freizeithalle.

Als die neuen Tore plötzlich rund um die Uhr stehen blieben, gab es schnell Reklamationen. Doch die neuen Tore sind über 200 Kilo schwer. «Es wäre sehr gefährlich, die schmalen Tore von Hand zu transportieren», so Moresi. Wer Fussball spielen will, muss also vorerst ohne Tore auskommen.

Die Stadtgärtnerei ist über die Situation im Bilde. «Es waren mit uns, dem Sportamt und der Freizeithalle sehr viele Leute in den Prozess involviert», erklärt Sprecherin Brigitte Vogel. Sie kennt auch das Problem mit den nahen Anwohnern. «Die einen wollen spielen, die anderen schlafen. Natürlich muss die Nachtruhe eingehalten werden.» Bei der Beschaffung der 200-Kilo-Tore war das jedoch noch kein Thema. Die stabilen Tore wurden angeschafft, weil es zuvor, bei der leichteren Variante, verschiedene Fälle von Vandalismus gegeben habe, so Vogel.

Vermittler zwischen Anwohnern und Behörden

Moresi sieht sich selbst als Vermittler zwischen Anwohnern und Behörden. Er verzeiht der Stadtgärtnerei, dass seine Hinweise in der Planung überhört worden sind. «Das geschah jedoch nicht aus bösem Willen, oder weil man mich übergehen wollte», ist Moresi sich sicher.

Die Stadtgärtnerei habe wohl einfach die Situation falsch eingeschätzt. Die Zusammenarbeit laufe aktuell sehr gut, und Moresi ist zuversichtlich, dass es bereits in einem Monat eine Lösung geben wird.

Er selbst habe verschiedene Varianten ausgearbeitet und der Stadtgärtnerei mitgeteilt. Womöglich müssen sogar neue Tore angeschafft werden, die leichter zu transportieren sind. Was den aktuellen Stand der Dinge angeht, dazu möchte die Stadtgärtnerei allerdings noch nichts sagen, ausser: «Wir sind bemüht, eine Lösung zu finden.»

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