Quartiere

Stadtteilsekretariat beerdigt – im Basler Osten herrscht vorläufig Frieden

Symbolbild Gundeli Basel, Blick die Güterstrasse entlang in Richtung Heiliggeistkirche

Wie im Gundeli soll auch in der Breite eine Quartierkoordination entstehen.

Symbolbild Gundeli Basel, Blick die Güterstrasse entlang in Richtung Heiliggeistkirche

Der Streit um die Gründung eines Stadtteilsekretariats Ost ist vorläufig beendet. Statt eines grossen Büros entwickelt sich jetzt an der Grenze zu Birsfelden eine neue Quartierkoordination.

Wer vertritt hier wirklich die Bevölkerung? Die weitgehend autarken und oft starken Neutralen Quartiervereine, die sich aus der Anwohnerschaft konstituieren? Oder die vom Kanton organisierten Stadtteilsekretariate, die eben jene Vereine koordinieren sollten? Dieser Streit spaltet die Basis der Basler Zivilgesellschaft seit Jahren.

Aktuell im Basler Osten: Hier sollte eigentlich ein Stadtteilsekretariat Ost entstehen, welches wie etwa das Stadtteilsekretariat Kleinbasel die einzelnen Mikrokosmen vernetzen soll, die Anwohner-Anliegen koordiniert, ihre Sorgen und Nöte aufnimmt und bearbeitet.

Die Wogen gingen hoch

Stattdessen brachen im Entwicklungsprozess die Gräben auf. Im Osten besteht ohnehin ein Flickwerk aus stets wehrhaften Quartiervereinen wie etwa dem auf dem Bruderholz, der professionalisierten Quartierkoordination Gundeldingen und wenig organisierten Quartier wie der Breite.

Das Wort Stadtteilsekretariat wirkte wie ein Funken im Pulverfass, die Emotionen gingen hoch. Es wurde seitens einiger Quartiervereine von «Bevormundung durch den Staat» gesprochen.

Stadtteilsekretariat beerdigt

Jetzt haben sich die Vereine, Koordination und Staat auf einen Kompromiss geeinigt: Die Quartierkoordination Gundeldingen bleibt bestehen, dafür organisieren sich Breite, Lehenmatt, St. Alban und Innenstadt in einer neuen Trägerschaft, wie es in einer Mitteilung des Kantons heisst. Von einem Stadtteilsekretariat Ost spricht derzeit niemand mehr. Roland Frank, Leiter Stadtteilentwicklung beim Präsidialdepartement, sagt: «Ob es in Zukunft eines geben wird, ist völlig offen.»

Stattdessen soll sich die neue Trägerschaft analog einer Quartierkoordination Gundeldingen entwickeln. Womit der Osten immer noch über kein Sekretariat, aber immerhin über zwei Koordinationsstellen verfügen wird. Mit der Entwicklung aufseiten der Pilotprojektgruppe ist Noch-SP-Grossrätin Dominique König-Lüdin betraut.

Von Birsfelden bis zur Innenstadt

Die Politikerin wird den Aufbauprozess begleiten, der zuerst darin besteht, die vielen einzelnen Vereine jener schwächer organisierten Stadtteile zusammenzuführen. Wie der Bogen zwischen den Bedürfnissen an der Grenze zu Birsfelden bis hin zur hochfrequentierten Innenstadt geschlossen werden soll, ist noch offen.

«Wir laden jetzt erst einmal alle an eine Info-Sitzung nach den Sommerferien ein», so König. Erstes Ziel des neuen Vereins sei es, sich nun zu organisieren. 

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