Stadtstrand

Stände statt Buvette, Anti-Scherben-Aktionen: So wird das Basler Rheinschwimm-Bord grösser

Der Schaffhauserrheinweg bekommt jetzt ein Glacé-Mobil statt eine Buvette. Anwohner sind zufrieden – ihnen wird es besonders im oberen Bereich schnell zu eng. Derweil die Stadtreinigung den neuen Stadtstrand pflegen wird.

Statt einer richtigen Basler Buvette erhalten die Rheinschwimmer am Schaffhauserrheinweg jetzt einen Verkaufsstand eingerichtet. Wie das Basler Regionaljournal SRF am Montag berichtete, verlief eine Ausschreibung erfolgreich, die Verpflegung mit Getränken und Glacé in Waffeln stellt nun ein Gefährt mit Standfunktion sicher, etwa ähnlich wie das Mobil des Unternehmens Mitte, das auf Höhe der Münsterfähre am Kleinbasler Rheinufer Passanten mit Kaffee versorgt.

Der Verein Rheinpromenade Kleinbasel begrüsst die kleine, mobile Variante. Der Vorstand des Vereins war massgeblich daran beteiligt, eine festeingerichtete Buvette am Schaffhauserrheinweg zu verhindern, nicht zuletzt, weil den Anwohnern der Bau zu gross geplant war. «Die Platzverhältnisse hier sind nicht sehr grosszügig», sagt Matthias Rapp, Vorstandsmitglied und Anwohner, auf Anfrage der bz. «Uns ist wichtig, dass das Durchkommen aller Verkehrsteilnehmer gelingt.» In den heissen Sommermonaten könne man zuweilen fast von einer «Völkerwanderung» reden.

Abgestellte Velos am Laufmeter

Insgesamt waren vom Kanton diesen Frühling vier Standorte für Verkaufsstände am Kleinbasler Rheinbord ausgeschrieben, von denen die Anwohner vor allem zwei begrüssen. Gegen zwei weitere sind allerdings noch Einsprachen hängig. Laut André Frauchiger, Sprecher des Basler Tiefbauamts, sei der Kanton zuversichtlich, diese noch im Juni bereinigen zu können.

Einige Anwohner stören sich vor allem noch am geplanten Stand beim Fischerweg, so Rapp, Hier wäre ein mobiler Stand in der Grösse eines Pferde-Anhängers geplant, der den Durchgang zu stark blockieren würde. Denn nicht nur die schiere Menschenmenge, auch die Masse an abgestellten Velos schränke die Platzverhältnisse vor Ort ein. Dies auf einem Trottoir, das durch die Baumreihen zusätzlich eingeengt wird.

Scherben vermiesen den Sommer

Ganz von einem festverbauten Buvetten-Standort am Schaffhauserrheinweg will sich der Kanton allerdings noch nicht verabschieden. Erst soll geprüft werden, wie sich der durch die Kiesschüttungen ergebene Strand bewähre. Der Verein Rheinpromenade, der auch am Aufsichts-Projekt #Rhylax des Kantons beteiligt ist, sehe dem noch gelassen entgegen, sagt Rapp. Eher kritisch sei allerdings, dass noch «kein konkretes Betriebskonzept» für den Stadtstrand präsentiert wurde. Derzeit hat der Kanton vor allem dadurch Aufmerksamkeit erhalten, dass er vor Ort eigens kreierte Warnschilder wegen Scherben aufstellen liess. «Mehr wissen aber auch wir nicht», sagt Rapp. Dabei sei angesichts der Naturschon- beziehungsweise Naturschutzzone ein Konzept zwingend.

Seitens Kanton allerdings ist klar: Federführend in der Ausführung eines Unterhaltskonzepts wird die Basler Stadtreinigung sein, wie Tiefbauamt-Sprecher André Frauchiger sagt. Da am Rheinufer die Verschmutzung den grössten Aufwand verursacht, werden diejenigen das Sagen haben, die den Müll Tag für Tag wieder wegräumen müssen. Laut Frauchiger seien insbesondere die Scherben-Schilder eine wichtige Massnahme, da zerschlagene Flaschen und Gläser «leider eines der Hauptprobleme» der intensiven Nutzung des Rheinufers bilden. Die Arbeiten an den Kiesschüttungen sind demnächst abgeschlossen, auf Mitte Juni soll der neue Bereich fertiggestellt sein.

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