Die Idee eines grünen Dachs über den Geleisen am Bahnhof SBB kommt bei Architekten schlecht an: «Der Central Park Basel ist kein Projekt, sondern eine Furz-Idee», sagt Christoph Gantenbein zur bz.

Gantenbein ist nicht irgendein Architekt: Gemeinsam mit Partner Emanuel Christ hat er den Erweiterungsbau des Basler Kunstmuseums geplant. In Zürich zeichnen Christ + Gantenbein für Um- und Neubauarbeiten am Schweizer Landesmuseum verantwortlich.

Am Central-Park-Projekt lässt Gantenbein kein gutes Haar: Es sei irreführend, von einem Park zu sprechen. Da dieser auf künstlichem Niveau angelegt werden soll, werde man der Anlage immer ansehen, dass sie künstlich erzeugt sei. «Es ist eine Illusion zu glauben, auf diesem Betondeckel könne ein richtiger Park realisiert werden», sagt Gantenbein. Zu erwarten seien eher Büsche oder kleinere Bäume in Trögen; denn oberhalb der Betonkonstruktion fehle das Erdreich.

Menschenleer und verwahrlost

Er verweist auf gescheiterte Versuche aus den 1970er Jahren, auf künstlichem Niveau öffentliche Räume zu schaffen. «Weil es eben keine echten Grünanlagen sind, blieben diese Orte menschenleer und verwahrlosten bald.» Gantenbein stellt klar, dass neue Grünflächen und hochwertige öffentliche Räume nötig seien. «Mit den Ressourcen, die hier für eine kaum zu realisierende Konstruktion verschwendet werden sollen, könnte andernorts ein Park mit echter Wiese, grossen Bäumen und einer anderen Grosszügigkeit geschaffen werden.»

Gantenbein steht mit seiner Meinung nicht alleine: Die von ihm geleitete Fachkommission Architektur und Städtebau des SIA Basel empfiehlt die Central-Park-Initiative, die am 22. September in Basel zur Abstimmung gelangt, einstimmig und «dringend» zur Ablehnung».