Feinstaub-Belastung
Statt der Spitzenbelastung zeigt die Grafik eine Lücke

Ausgerechnet für jene 24 Stunden, in denen das Bundesfeier-Feuerwerk die Luftbelastung in Basel hochschnellen liess, werden online keine Daten ausgewiesen.

Nicolas Drechsler
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Feuerwerk über Basel

Feuerwerk über Basel

Martin Töngi

Vor dem alljährlichen Feuerwerk am Rhein erreichen die Redaktionen Zuschriften darüber, dass Knallkörper Tier-Ohren malträtieren würden. Und nach dem Feuerwerk ist der Blick auf die Feinstaubbelastung obligatorisch.

Doch, in der Grafik auf der Website des Lufthygieneamtes beider Basel ist der erwartete Ausschlag nach oben nicht zu finden. Da klafft ein Loch.

Am 31. Juli mittags hört die Linie auf einem Niveau weit unterhalb des Grenzwertes auf. Um 24 Stunden später wieder aufzutauchen. Etwas höher zwar, aber immer noch unter der Roten Linie, die den Grenzwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft im Tagesmittel markiert.

540 Mikrogramm pro Kubikmeter betrug die Maximalbelastung mit Feinstaub während des Feuerwerks im St. Johann.

540 Mikrogramm pro Kubikmeter betrug die Maximalbelastung mit Feinstaub während des Feuerwerks im St. Johann.

nch/bru

«Wir hatten Probleme mit der Übertragung», gibt Hansruedi Moser vom Lufthygieneamt zu Protokoll. Ausgerechnet bei der Station im St. Johannquartier, wo die höchsten Werte zu erwarten waren. Doch es hat eben nicht die Messung an sich versagt, sondern lediglich die Übermittlung an die Zentrale.

Die Werte liegen vor. Und sie würden die abgebildete Skala bei weitem sprengen. «In der halben Stunde nach dem Feuerwerk lag der Wert beim Feinstaub bei 540 Mikrogramm pro m3.» Das entspricht dem zehn- bis elffachen des zulässigen Höchstwertes. Allerdings wird dieser Höchstwert im Tagesmittel berechnet. Und der sei nicht überschritten worden, sagt Moser.

Die Spitzenwerte hätten nur kurze Zeit angehalten. Dass die Werte so hoch seien, sei nicht aussergewöhnlich. Insbesondere, weil eine Windlage geherrscht habe, die den Staub der Feuerwerkskörper direkt zur Messanlage geblasen habe.

Etwas anders sah das die Regierung in der Beantwortung einer Parlamentarischen Anfrage 2015. Dort schrieb sie über das Silvester-Feuerwerk, die Halbstunden-Spitzen seien in den vorhergehenden zehn Jahren teilweise auf «bis zu 300 Mikrogramm/m3» angestiegen. Diese Spitzenwerte liegen also deutlich tiefer, als die am vergangenen Wochenende gemessenen.